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Der 13. August: „Weltlinkshändertag“
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Der 13. August: „Weltlinkshändertag“

Andrea Maschke
Ein Beitrag von

Andrea Maschke,

Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf

Was haben Julius Caesar, Michelangelo, Barack Obama und die Queen in England gemeinsam? Sie sind alle Linkshänder! Heute, am 13. August, ist der „Welt-Linkshändertag“. Der amerikanische Soldat Dean Richard Campbell hat diesen Gedenktag im Jahr 1974 begründet. Er ist letztes Jahr in hohem Alter gestorben und war natürlich selbst auch Linkshänder. Ganz bewusst hat er den 13. August gewählt, weil der damals auf einen Freitag fiel.

Freitag der 13. ist ja DER Tag des Volks- und Aberglaubens. Lange Zeit waren auch linkshändische Menschen massiven Vorurteilen, ja sogar Verteufelungen ausgesetzt. Im Mittelalter konnte denen, die sich mit links bekreuzigten, sogar der Scheiterhaufen drohen. Linkshändigkeit galt lange fast als Krankheit, die man am besten zu heilen versuchte. Das kommt uns heute doch sehr „antiquiert“ vor.

Aber noch vor kurzen hat mir eine ältere Dame erzählt, wie sie in Ihrer Schulzeit unnachgiebig umerzogen wurde und mit der rechten Hand schreiben musste. Vor allem aber sind ihr die gemeinen Drangsalierungen der Handarbeitslehrerin in Erinnerung geblieben: die mühsame Hausarbeit vieler Wochen, eine kunstvolle Stickerei, hat die nicht angenommen, weil sie mit der linken Hand gefertigt war.

Das ist heute Gott sei Dank anders. Es gibt schon für kleine Linkshänder-Kinder spezielle Bastelscheren zu kaufen und später dann Linkshänder-Füller. Und meine kleine Nichte malt mir, mit links, die allerschönsten Bilder.

Trotzdem, die meisten Alltagsmaschinen und Gerätschaften, von der Bohrmaschine zum Dosenöffner, orientieren sich an Rechtshändern und sind entsprechend schwieriger zu bedienen für alle, deren stärkere, geschicktere Hand die linke ist.

Und auch in unserer Sprache haben sich die Vorurteile hartnäckig gehalten: „Du bist wohl mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden“, sagen wir, wenn jemand offensichtlich schlecht in den Tag gestartet und missmutig ist. Oder „Du hast echt zwei linke Hände“…. wenn sich jemand ungeschickt anstellt.

Oder auch: „das mache ich mit links“, wenn etwas voraussichtlich ganz einfach zu händeln sein wird und keiner großen Anstrengung bedarf. Ich gebe zu, das ist ein Ausdruck, der auch mir manchmal über die Lippen kommt.

Da fällt mir Michelangelo wieder ein und nun muss ich doch schmunzeln: Nur allzu gut erinnere ich mich an den Besuch der Sixtinischen Kapelle letztes Jahr in Rom. Den Kopf im Nacken habe ich fasziniert die von ihm bemalte Decke angeschaut. Angeblich soll er Teile davon ja sogar liegend auf einem Gerüst gemalt haben – und natürlich mit links.

Also, wenn ich an so ein großartiges Kunstwerk denke, dann wäre ich wirklich überglücklich über gleich zwei solcher linken Hände!

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