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Was gut gehen kann, geht gut
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Was gut gehen kann, geht gut

Dr. Peter-Felix Ruelius
Ein Beitrag von

Dr. Peter-Felix Ruelius,

Leiter ZB Christliche Unternehmenskultur & Ethik bei der BBT-Gruppe, Koblenz
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Wenn ein Glas auf dem Tisch ganz am Rand steht, macht mich das unruhig. Ich bin versucht, es wenigstens so weit wieder auf den Tisch zu stellen, dass es nicht durch eine unvorsichtige Bewegung auf dem Boden landet. Gehe ich aus dem Haus, dann schaue ich in der Regel mehrmals, ob die Kaffeemaschine auch aus ist. Und unterwegs überkommen mich manchmal leise Zweifel. Ist sie wirklich aus? Wenn ich auf dem Balkon mein Handy in die Hand nehme, trete ich unwillkürlich einen Schritt zurück, damit es auf keinen Fall über die Balkonbrüstung fallen kann. Und wenn ich auf einem Aussichtsturm ein Foto mache, vergewissere ich mich erst, ob die Schlaufe am Handgelenk die Kamera sichert. Es gibt ganz unterschiedliche Typen von Menschen, sicherheitsbedürftige und wagemutige, unbedachte und vorsichtige. Ich gehöre zu den Vorsichtigen. Im Großen und Ganzen fahre ich ganz gut damit. Einige Alltagsmissgeschicke bleiben mir so vielleicht erspart. Manchmal wünsche ich mir allerdings, dass mir das Vertrauen leichter fällt. Und dass mich nicht nervös macht, was alles schief gehen könnte. „Was gut gehen kann, geht gut“: So eine Umkehrung von „Murphys Gesetz“ würde ich mir gerne als Überzeugung zulegen. Kann man Vertrauen lernen? Muster, noch dazu, wenn sie schon früh in der Erziehung gefestigt wurden, ändert man nicht so einfach. Zum Glück habe ich neben der Vorsicht auch schon früh ein gutes Gegengewicht mitbekommen. Den Glauben, dass ich ein Mensch unter Gottes Schutz bin. Im 91. Psalm heißt es: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum Herrn: Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue.“ Und etwas später bietet der Psalm das uralte, tröstende und starke Bild: „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt“. Ich glaube, das ist der Psalm für die Vorsichtigen und die etwas Ängstlichen: Was alles schief gehen kann, das wissen sie selbst – aber dass auch alles gut gehen kann: Dafür brauchen Vorsichtige und Ängstliche wie ich tröstende und ermutigende Bilder, so wie das der Engel, die mich auf ihren Händen tragen.

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