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Schiffschaukel
Bildquelle Pixabay

Schiffschaukel

Ein Beitrag von

Sandra Matz,

Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Auf der Einladungskarte zu Konstanzes Geburtstag ist ein Kind in einer Schiffschaukel zu sehen. Das Bild wirkt, als sei die Schaukel im Himmel befestigt. Man sieht keine Holzbalken. Darunter stehen die Worte: hoch hinaus – die Wolken berühren – frei wie ein Vogel – sicher im Flug und verankert im Himmel.

Wenn ich die Karte aufklappe, steht da: Herzliche Einladung zu meinem 50. Geburtstag! Konstanze liebt alles, was mit luftigen Höhen zu tun hat. Hochhausschluchten, Schiffsschaukeln, Segelfliegen. Wo anderen Menschen übel wird – zum Beispiel mir – bekommt sie richtig Energie. Interessanterweise ist sie sonst ganz bodenständig und im Alltag eingespannt. Die Mutter von zwei Teenagern hat vor ein paar Monaten wieder von einer halben auf eine volle Stelle in ihrem Job aufgestockt. Da bleibt für ihren Traum vom Fliegen nicht viel Zeit.

Als wir wegen ihrer Feier telefonieren sagt sie: „Ich sehne mich oft nach Leichtigkeit. Aber auch wenn ich nicht mehr so oft Zeit zum Fliegen habe – denke ich mir: der Himmel umgibt uns jeden Tag. Er ist über unseren Köpfen und breitet sich aus bis zur Erde.“ Jedes Mal, wenn wir einen Fuß von der Erde nehmen, laufen wir im Himmel.

Dieser Gedanke macht die Füße und auch das Herz wieder leichter für den nächsten Schritt. Mir hat das Eindruck gemacht: Konstanze ist in ihrem Alltag fest verankert im Himmel – sogar ganz ohne Schiffschaukel.

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