Nett kann ich auch
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Nett kann ich auch

Ein Beitrag von

Sandra Matz,

Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Gut, wenn das nicht nur im Bezug auf andere, sondern auch für den Umgang mit sich selbst gilt. Heute ist Welt- Nettigkeitstag. Erfunden wurde er vor rund zwanzig Jahren in Japan. Es gibt dort sogar eine ganze Nettigkeitsbewegung. Ihr Auftrag: die Menschen sollen miteinander freundlicher werden. Heute am Aktionstag gilt es, ausnahmslos nett zu sein. Zu jedem. Ein Lächeln hier, ein Kompliment da. Egal, ob man das Gegenüber kennt, oder nicht. Gute Idee, ich probier’s mal aus!

Motiviert gehe ich durch die Abteilung bei meiner Arbeit. An der Tür eine Kollegin hängt eine Postkarte: „Nett kann ich auch – bringt aber nix.“ Ich zögere einen Moment, traue mich dann aber doch hinein. Die Kollegin begrüßt mich freundlich wie immer. Sie erzählt mir, warum sie den Spruch an der Tür aufgehängt hat, mit einem Augenzwinkern. Dahinter steht aber eine Erfahrung, die auch viele kennen.

Sie sagt: „Ja, klar. Ich möchte nett und freundlich sein, anderen helfen. Mach ich auch. Aber trotzdem muss man auch die eigenen Grenzen im Blick behalten. Sonst wird man ausgenutzt.“ Ich versteh‘ die Kollegin so: Nett sein kann nicht heißen, die eigenen Bedürfnisse immer hintenanzustellen. Oder es immer allen recht machen. So eine Art von Nettigkeit sollte heute nicht gefeiert werden.

Die Bibel hat es auf den Punkt gebracht: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! Klar: Die Menschen sollen im Umgang miteinander freundlich sein, sich sogar lieben. Das heißt dann auch, dass sie freundlich mit sich selbst umgehen sollen. Wer sich selbst gut behandelt, kann auch jemand anderem etwas Gutes tun. Heute heißt das für mich. Ein Lächeln hier, ein Kompliment da. Eine Pause zwischendurch. Für andere, aber auch für mich selbst. Gute Idee!

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