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Mit Menschen in echt
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Mit Menschen in echt

Rolf Müller
Ein Beitrag von

Rolf Müller,

Pastoralreferent Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Frankfurt
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„Die Corona–Krise ist der Abschied vom Büro“ – diese Überschrift habe ich vor ein paar Wochen in einer großen Tageszeitung gelesen. Im Zeitungsartikel selbst stand dann viel vom Bedeutungsverlust des Büros: Durch das viele Home-Office und den Videokonferenzen wäre einigen Managern klar geworden: Das Büro in der Firma ist nicht mehr so nötig und kostet dazu auch noch zu viel Geld.

Mir fehlt das Schwätzchen in der Kaffeeküche

Gibt es in Zukunft keine Büros mehr, in denen Menschen zusammen arbeiten? Diese Vorstellung gefällt mir nicht. Natürlich finde ich es gut, wie das mit dem Home–Office in den letzten Monaten geklappt hat; und bestimmt ist diese Art des Arbeitens für ganz viele Menschen wichtig. Aber ich mag mein Büro. Das hängt nicht nur mit der Arbeit zusammen, die ich da an meinem Schreibtisch erledigen kann. Da könnte ich viel von auch zuhause aus machen. Aber in meinem Büro passiert viel mehr als das. Ich treffe dort meine Kolleginnen und Kollegen und erfahre, wie es ihnen geht. Da gibt es das Schwätzchen in der Kaffeeküche, bei dem ich viele wichtige Dinge erfahre, von denen ich sonst nichts mitbekommen würde. Manchmal kommt unerwarteter Besuch zu mir rein und es ergibt sich ein tolles Gespräch. Viele gute Ideen habe ich schon durch diese Gespräche bekommen. Alle diese Dinge tun meinem Arbeiten gut – obwohl ich sie nie planen oder voraussehen kann. Sie passieren einfach nur so nebenher.

Die Videokonferenz ersetzt nicht das Gespräch mit "echten Menschen"

Ich glaube: Das ist nicht nur beim Arbeiten so. Immer wenn ich Menschen „in echt“ begegne, passiert viel mehr als bei einer geplanten Videokonferenz. Da gibt es schöne Überraschungen, unerwartete Neuigkeiten und gute Ideen. Das ist beim Familientreffen genau so schön wie bei einem tollen Abendessen mit guten Freunden.

Ich freu mich auf Menschen "in echt"

Ich hoffe sehr: Diese Begegnungen mit all ihren Zufällen, Gesprächen und Dingen, die da einfach so nebenher passieren, gibt es bald wieder. Ich weiß: So richtig wird das wohl erst wieder gehen, wenn es einen Impfstoff oder eine gute Behandlungsmethode gegen das Virus gibt. Solange will ich meinen Teil dazu beitragen, damit meine Begegnungen mit Menschen sicher bleiben. Aber dann freue ich mich auf Menschen „in echt“ – im Büro und zuhause!

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