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Helfen mit Köpfchen - Santa Lucia
Bildquelle Pixabay

Helfen mit Köpfchen - Santa Lucia

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Obelix würde sagen: „Die spinnen, die Schweden!“ Warum setzen die heute an Santa Lucia einem jungen Mädchen einen Kranz mit brennenden Kerzen auf den Kopf? Voll unpraktisch.

Nun, für die Lucia, deren Tag heute ist, war der Kerzenkranz auf dem Kopf voll praktisch. Sie lebt um das Jahr 300 nach Christus in der Stadt Syrakus auf Sizilien. Ihr Vater ist ein reicher römischer Bürger. Aber er stirbt früh. Die Mutter will Lucia verheiraten. Aber Lucia will nicht. Sie ist Christin und will ihr Leben ganz Gott widmen.

Der römische Kaiser damals lässt Christen verfolgen. Lucia bringt den verfolgten Mitchristen Lebensmittel in ihre Verstecke. Das macht sie nachts, um nicht gesehen zu werden. Nur: Im Dunkeln muss sie ein Licht in der Hand haben. Sie will aber möglichst viele Speisen transportieren und braucht dafür beide Arme. Darum kommt sie der Legende nach auf die Idee: Sie setzt sich einen Kranz mit Kerzen auf den Kopf. So hat sie die Arme frei und kann so viel mitnehmen, wie sie tragen kann.

Lucia stirbt als Märtyrerin. Der Mann, den sie eigentlich hätte heiraten sollen, denunziert sie als Christin. Sie kommt vor Gericht. Der Richter will sie zwingen, dem Kaiser zu opfern. Die couragierte junge Frau soll gesagt haben: „Ein Opfer, das Gott gefällt, ist: arme Leute aufsuchen und ihnen in ihrer Not helfen.“

Das ist die Legende zu Santa Lucia heute. Ob es so gewesen ist, weiß man nicht. Aber Lucia mit ihrem Kerzenkranz steht für Helfen mit Köpfchen. Wer anderen hilft, kennt das. Zum Helfen braucht man gute Ideen. Man muss erfinderisch sein und kreativ. Wenn ich jemanden dabei unterstütze, einen Job oder eine Ausbildung zu finden, braucht man meistens einen Plan B, wo er sich noch bewerben könnte, um das Richtige zu finden. Oder die Frau, die in der Bäckerei fragt: „Was machen Sie eigentlich am Abend mit dem Brot, das übrig ist?“ Das kommt weg, erfährt sie und macht daraus eine Aktion: Zusammen mit anderen Engagierten holt sie das übriggebliebene Brot ab. Leute, die Brot brauchen oder die nicht wollen, dass Brot weggeworfen wird, können es abholen. Helfen braucht Köpfchen.

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