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Göttliche Salamipizza
Bild: Shailesh Metha/Pixabay

Göttliche Salamipizza

Maike Westhelle
Ein Beitrag von

Maike Westhelle,

Evangelische Pfarrerin, Schulseelsorgerin, Kassel
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Ich mag keine Salamipizza - weil ich keine Salami mag. Ich finde, schon eine Scheibe Salami reicht, um die ganze Pizza zu verderben.

Nur manchmal schmeckt Salamipizza

Nur bei besonderen Gelegenheiten, bei nass-kaltem Mistwetter, da kann Salamipizza schon mal schmecken. Eine Gottesdienstvertretung in einem kleinen Dorf bei Tann in der Rhön bot so eine Gelegenheit.

Ich fühle mich in der Gemeinde verloren

Es war der dritte Gottesdienst an diesem Sonntag und ich kannte in dieser Gemeinde niemandem. Ehrlich gesagt habe ich mich etwas verloren gefühlt. Alle anderen schienen miteinander vertraut, es war eine heitere Atmosphäre und ein schöner Gottesdienst.

Ich stehe allein am Kirchenportal

Aber während die anderen fröhlich plaudern und in kleinen Grüppchen von dannen ziehen, stehe ich allein am Kirchenportal. Eine gute Stunde Fahrt nach Hause wartete auf mich. Durch Nebel und Regen.

Eine spontane Einladung

Plötzlich dreht sich eine der Frauen nochmal um und kommt auf mich zu. "Es ist ja schon Mittag", sagte sie. "Haben Sie nicht Lust, mit uns zu essen, bevor Sie wieder heimfahren?"

Einen Moment bin ich vollkommen verblüfft – und dann sage ich natürlich dankend zu. Also ab ins Auto und dem kleinen silbernen Wagen vor mir folgen. Angekommen erwarten uns die zwei Söhne schon. Beide im Grundschulalter und hungrig. "Pizza?" fragen sie, "wie immer am Sonntag?". Pizza. Wie immer am Sonntag. Den Ofen haben die Jungs schon vorgeheizt Die Mutter lächelt. "Das Sonntagsritual – ich hoffe, Sie mögen Salamipizza".

Heute schmeckt die Salamipizza göttlich

"Natürlich – wer mag die nicht?!" Und tatsächlich schmeckt diese Salamipizza köstlich: Nach Gastfreundschaft und herzlichem Willkommen. Die Kinder erzählen vom Fußballspiel, die Mutter malt mir die Gemeinde vor Augen.

"Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist"

Es ist ein wunderbares, gemeinsames Festmahl und ich fühle mich nicht mehr fremd. Der Satz aus dem Gottesdienst klingt mir wieder im Ohr: "Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist" (Ps 34,9).

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