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Freitag, der 13.: Gott ist mit mir unterwegs
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Freitag, der 13.: Gott ist mit mir unterwegs

Marcus Vogler
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Marcus Vogler,

Katholischer Pfarrer, Pfarrei St. Johannes der Täufer & Leiter des Bildungshaus, Amöneburg
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Heute ist es wieder soweit: Wir haben Freitag, den 13. Vielen Menschen läuft allein beim Gedanken daran ein Schauer über den Rücken – denn dieses Datum symbolisiert Unglück. Manche fürchten diesen Tag so sehr, dass sie wichtige Termine absagen oder sich gar nicht aus dem Haus trauen.

In diesem Jahr erleben wir gleich zwei dieser Unglückstage: Im März und im November fällt der Freitag auf einen 13. Einige Menschen fürchten die 13 so sehr, dass es in manchen Hotels keine Zimmer mit dieser Nummer gibt, in Hochhäusern das 13. Stockwerk fehlt oder Flugzeuge ohne Reihe 13 starten. Doch warum hat dieser Tag im Volksglauben einen so schlechten Ruf?

Fest steht: Bis heute gilt die Zahl 13 als Unglückszahl. Die 13 ist eine Primzahl und nur durch die Eins und sich selbst teilbar. Allein das verleiht ihr schon eine besondere Stellung im Zahlensystem. Außerdem steht sie über der 12, die früher die jahreszeitliche Ordnung repräsentierte: Es gibt 12 Monate und mit 12 Gegenständen war das Dutzend voll. Die 13 brachte diese Ordnung durcheinander und wurde deshalb auch im Volksmund als das "Dutzend des Teufels" bezeichnet.

Die Kabbala, eine Art jüdischer Geheimlehre, kennt die Zahl 13 ebenfalls. Sie ist die Summe aller bösen Geister. Kein Wunder, dass im Volksglauben "der Dreizehnte" ein Synonym für den Teufel ist. Adam und Eva sollen an einem Freitag von den verbotenen Früchten vom Baum der Erkenntnis genascht haben.  An einem Freitag wurde Christus ans Kreuz genagelt Somit hat der schlechte Ruf des Freitags auch einen religiösen Ursprung. 

Berühmt ist der "Black Friday" vom 25. Oktober 1929: Der amerikanische Börsencrash stürzte zahlreiche Menschen in Armut. Und der Unfall auf der Apollo 13 ereignete sich an einem 13. des Monats April. Schnell entwickelte sich dieses Datum in der Kombination mit dem Wochentag Freitag zu einem unerschöpflichen Thema für die Medien. Er stand Pate für Horrorfilme und Gruselgeschichten. Auch Computerhacker haben ein besonderes Faible für dieses Datum: Freitag, der 13. ist ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren. So entwickelte sich die Angst der Menschen vor Freitag, dem 13.

Es gibt aber auch eine sehr beruhigende Nachricht: Die Auswertung von Unfalldaten mehrerer Versicherungen hat ergeben, dass sich an einem Freitag, den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an anderen Tagen.

Dass es trotzdem immer wieder zu Unglücken an diesem Tag kommt, dürfte Zufall sein oder durch selektive Wahrnehmung entstehen. An anderen Tagen bringen wir die Katastrophe einfach nicht mit dem Datum in Verbindung. Viele Psychologen erklären das Phänomen auch als selbsterfüllende Prophezeiung: Weil wir uns vor einem Unglück fürchten, verursachen wir es. Das ist ein Beweis dafür, wie mächtig Aberglaube noch immer sein kann.

Als Christ kann ich sehr gelassen mit diesem Datum umgehen. Mein Glaube sagt mir: Gott ist mit mir unterwegs. Und zwar an allen Tagen meines Lebens. Dieser Glaube schenkt mir Zuversicht und nimmt mir die Angst. Das heißt nicht, dass mir als gläubiger Christ nichts mehr zustoßen kann. Aber bei allem, was auch geschieht, trage ich das Vertrauen in mir, dass ich nicht tiefer fallen kann als in Gottes geöffneten Arme.

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