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Eine Sache des Herzens
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Eine Sache des Herzens

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Er ist fast neunzig Jahre alt. Und seine Rente reicht nicht. Also arbeitet er. Bei einem Pizzadienst. 30 Stunden in der Woche fährt er Pizza aus. Und das äußerst höflich, wie eine Zeitung schreibt (stern.de 5.10.20).

So freundlich ist er, dass eine Familie auf ihn aufmerksam wird. Und immer darum bittet, dass nur dieser alte Herr ihnen die Pizza bringen soll.

Sie machen auch Bilder, wie er an der Tür steht und höflich ist. Die Bilder teilen sie mit Freunden. Und haben eine Idee: Wir sammeln Geld. Der alte Herr soll nicht mehr so viel arbeiten mit fast neunzig. 12.000 Dollar kommen zusammen. Die schenken sie dem Mann. Der sagt nur: "Ich bin so dankbar."

Was wie ein Wunder klingt, ist keins. Es ist nur Herzenssache. Der alte Herr liegt der Familie am Herzen. Erst freuen sie sich, wie höflich er ist. Dann sorgen sie sich, ob er zu viel arbeitet. Das ist Herzenssache: Hinsehen, Zuhören, sich Einfühlen. Und besorgt sein, ob wohl alles gut geht. Da helfen sie und beschaffen etwas Geld mit Freunden. Das Herz bringt Glück, wenn es will.

Dass Menschen uns am Herzen liegen, ist Glaube. Nicht nur die Freunde, auch mal ganz Fremde. Wenn mein Herz sich sorgt um jemanden, ist das Glaube. Mir ist nicht egal, wie alles läuft. Ich sehe hin und fühle mich ein. Oder reiche meine Hand. Oft kann ich ja bei gar nichts helfen. Das konnte Jesus auch nicht. Aber am Herzen lagen sie ihm, die Menschen. So geht Glaube: Einander nicht egal sein, dafür einander etwas heilen. Meist ist das nicht mehr als - eine Sache des Herzens.

                           

 

                           

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