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Die Bienen und wir – Geschöpfe Gottes
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Die Bienen und wir – Geschöpfe Gottes

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin, Pastoraler Raum Main-Taunus-Ost

Es brummt nicht mehr in unserem Land. Ich kann mich erinnern: Meine Eltern sind mit mir jeden Sommer in den Urlaub gefahren, als ich noch ein Kind war. Und bei jedem Tankstopp musste einer die Frontscheibe des Autos putzen. Die war nämlich dann so voller toter Insekten, dass man fast nicht mehr durchsehen konnte. Das habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Heute bleibt die Scheibe sauber. Was dem Autofahrer angenehm ist, ist für Naturschützer ein warnendes Zeichen. In den letzten 25 Jahren ist die Masse der Insekten um fünfundsiebzig Prozent zurückgegangen. Und weniger Insekten heißt auch: weniger Vögel. Denn die brauchen die Insekten als Nahrung und zur Aufzucht ihrer Brut. Und weniger Insekten heißt auch: weniger Ernte. Denn die Insekten bestäuben ja die Blüten, keine Bestäubung heißt auch: keine Früchte.

Immer, wenn ich etwas darüber in den Nachrichten höre, beschleicht mich eine leise Angst. Ich fühle mich dann so hilflos. Was machen wir Menschen nur mit unserer Welt? Warum leben wir nicht so, dass unsere Mitgeschöpfe auch eine Chance zum Überleben haben? Und ich denke an den Auftrag Gottes, von dem die erste Schöpfungsgeschichte in der Bibel erzählt: „Seid fruchtbar und mehrt euch….herrscht über die Fische des Meeres, die Vogel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen“ (Gen 1,28). Herrschen, das bedeutet doch nicht, unsere Mitgeschöpfe zu vernichten! Für mich bedeutet es, dass wir für sie verantwortlich sind. Was kann ich tun?

Aufhalten kann ich all das mit meinen schwachen Kräften sicher nicht. Aber ich weiß schon, dass es in meinem Garten in diesem Jahr eine Insektenwiese geben wird. Und dass ich mich über jede Hummel und über jede Biene freuen werde, die dort Nahrung sucht.

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