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Dr. Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Der Mensch hat zwei Ohren und nur einen Mund.
Deshalb sollten wir doppelt so viel zuhören wie sprechen.
So heißt es in einem alten Sprichwort.
Eine andere Weisheit sagt:
Das Gehirn liegt zwischen den Ohren.
Klugheit entsteht durch Zuhören.
Heute würden wir vielleicht „Einfach mal die Klappe halten“ sagen.

Zuhören und Wahrnehmen, ohne sofort zu urteilen und zu sprechen, ist für mich eine Lebenshaltung.
Genau hinzuhören, auch auf die Zwischentöne achten.
Wir selbst merken schnell, ob der andere uns zuhört, richtig hinhört und uns seine Aufmerksamkeit schenkt, oder ob er zwar mit uns spricht, aber in Gedanken woanders ist.
Zuhören bedeutet Aufmerksamkeit schenken. Und im Moment ganz da zu sein.
Zuhören ist auch eine Möglichkeit, Leid zu teilen.
Wie das gelingt oder eben auch nicht, davon erzählt die Bibel:
Hiob verliert alles:
Seine Familie, seine Gesundheit, seinen Besitz.
Freunde möchten ihm helfen und kommen ihn besuchen.
Zuerst setzen sie sich zu ihm und schweigen mit ihm. Sie hören zu.
Doch dann beraten sie ihn und schlagen ihm Lösungen vor.
Aber durch ihre gut gemeinten Worte entfernen sie sich von ihrem Freund.
Sie hören nicht mehr zu, sondern wissen es auf einmal besser.

Aufmerksames Zuhören hilft, Leid zu teilen.
Das bedeutet dann:
Einfach nur da sein.
Ohne gleich Bescheid zu wissen.
Dem Anderen die Hand reichen.
Oder ihm auf die Schulter klopfen.
Oder ausdrücken: Das kenne ich.
Das geht auch ohne viele Worte und tut gut.

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