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Vorbereiten auf das Zeichen der Liebe

Vorbereiten auf das Zeichen der Liebe

Gudrun Olschewski
Ein Beitrag von

Gudrun Olschewski,

Evangelische Pfarrerin, Pfungstadt

Vor ein paar Tagen habe ich mir einen Weihnachtsstern für meine Wohnung besorgt. Jetzt steht er da auf dem Fensterbrett in seiner ganzen Pracht. Seine Blätter sehen aus wie Sterne, leuchten wunderschön in dunkelroten Farben. Doch dafür bedarf es einiger Vorbereitung und Mühe. Das habe ich von meiner Großmutter gelernt. Der Weihnachtsstern war für sie etwas ganz Besonderes. „Mein exotischer Festtagsschmuck“, so nannte meine Großmutter liebevoll den „Stern“, der ursprünglich aus Mittelamerika kommt. Das ganze Jahr über verlor Großmutter den Weihnachtsstern nicht aus den Augen.

Doch ab Oktober genoss er ihre besondere Aufmerksamkeit. In regelmäßigen Abständen stülpte sie einen Karton über den Weihnachtsstern. „Er muss immer gut zugedeckt sein,“ erklärte sie mir damals, „zum Wachsen braucht die Pflanze das richtige Maß an Licht und Dunkelheit. So kann sie sich am besten entfalten.“ War ich zu Besuch, durfte ich auch mal nachschauen, ob sich schon was getan hatte, Blüten und Blätter sich entwickelten. Und dann war es endlich soweit. Kurz vor Weihnachten stand er da, immer an derselben Stelle auf einem kleinen Tischchen im Flur. Der Weihnachtsstern leuchtete in seiner ganzen Pracht, in dunkelroten Farben. Und Großmutter war stolz auf ihn.

Auch wenn der Weihnachtsstern auf meinem eigenen Fensterbrett in diesem Jahr nicht viel gekostet hat. Das eine habe ich doch von meiner Großmutter gelernt: Er ist etwas ganz Besonderes, eine Kostbarkeit, ein Schatz. Genauso kostbar wie die Liebe, die wir an Weihnachten feiern: Gottes Sohn kommt in die Welt. Seine Liebe strahlt in die Welt hinein, genauso wie der Weihnachtsstern in seinen dunkelroten Farben – auch dann noch, wenn Weihnachtsbaum und Tannengrün schon längst wieder abgeräumt sind.

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