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So Gott will!
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So Gott will!

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Es ist ein etwas altertümlicher Ausdruck. Aber ich hab ihn in den letzten Monaten wieder hervorgekramt und öfter gebraucht: „So Gott will“. „Wir sehen uns bei dieser Konferenz, so Gott will.“ „Nächsten Sommer geht’s wieder in die Berge, so Gott will.“ Die drei kleinen Wörter machen klar: Ich plane das zwar so, und ich freu mich auch drauf. Aber völlig sicher sein kann ich nicht, dass es so kommt. Auch im Arabischen gibt es ja so eine Redewendung: Insch Allah. So Gott will. Auch die hab ich in den letzten Monaten öfter als sonst gehört.

Pläne wurden über den Haufen geworfen

Ja, wir leben in einer Zeit, in der es schwierig ist, Pläne zu machen und Dinge vorzubereiten. Was hatte ich letztes Jahr nicht alles vor, was dann abgesagt wurde. Praktisch alle Konferenzen seit März 2020 sind ausgefallen oder haben nur online stattgefunden. Konzerte wurden gestrichen. Urlaube nicht angetreten oder umgeplant. 2020 war tatsächlich das erste Jahr seit Ewigkeiten, in dem ich nicht in den Bergen gewandert bin. Und das war natürlich erst mal ziemlich traurig.

Ich habe nicht alles in der Hand

Aber all die ausgefallenen und verschobenen Pläne haben mich auch wieder für etwas sensibel gemacht: Ich kann das Leben nicht bis ins Letzte planen. Ich hab nicht alles in der Hand. „Das Leben ist das, was passiert, wenn du gerade beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.“ So hat es in einem Song einmal John Lennon geschrieben. Pläne werden über den Haufen geworfen. Und es hilft nichts, deswegen noch verbissener zu planen und alle Eventualitäten einkalkulieren zu wollen.

Das Leben ist flexibel – sind wir es auch?

Was mich diese Corona-Monate gelehrt haben: etwas weniger perfekt zu planen als früher. Und etwas flexibler zu sein: Wenn es so nicht geht, dann vielleicht anders. Dann muss ich mich halt umstellen. Und wenn es dann klappt, wenn wirklich etwas stattfindet, auf das ich mich gefreut habe, dann genieße ich das besonders. Ich nehme die Dinge nicht mehr so selbstverständlich. Ich werde irgendwann wieder in die Berge fahren und wandern gehen, so Gott will. Dann werde ich auch sagen: Gott sei Dank!

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