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Sich zersorgen
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Sich zersorgen

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Was bestimmt eigentlich mein Leben? Die Sorge oder das Vertrauen? „Sorgt euch nicht um euer Leben“, steht in der Bibel. (Markus 4,40) Und Jesus gibt Beispiele für sorgenfreies Leben. Schaut auf die Vögel des Himmels. Seht die Lilien auf dem Feld. Sorgt nicht. Gott ernährt euch auch so.

Einwände gegen diese Worte kommen einem schnell. Was für einfache Bilder. Wir können doch gar nicht ohne Vorsorge, ohne Absicherungen leben. Ohne zu planen. Jesus meint aber gar nicht, dass wir uns überhaupt keine Sorgen machen sollen. Sondern es geht um die Frage, was mein Leben bestimmt. Eben: die Sorge oder das Vertrauen. Wer in allen Lebensbereichen planerisch auf Nummer Sicher gehen will, sich ringsum absichert, wird es trotzdem im Endeffekt nicht schaffen.

Es gibt kein Leben ohne Risiko, ohne Unwägbares. Ich kann planen und planen, aber letztendlich kann ich nicht wirklich wissen, was auf mich zukommt. Der biblische Satz „Sorgt euch nicht um euer Leben“ befreit mich von Lebens- und Zukunftsangst. Das heißt auch nicht, irgendwie passiv alles auf sich zustürzen zu lassen, einfach so in den Tag hinein zu leben. Ich kann mich grad, auf Gott vertrauend, frei von Angst, einmischen, Partei ergreifen, den Mund aufmachen. Weil ich weiß, dass meine Planungen und Absicherungen nicht alles sind. Meine Sorgen werden mich nicht auffressen. Ich werde mich nicht zersorgen. Die Sorgen in mir überhand nehmen lassen. Weil ich vertrauensvoll in Gottes Liebe leben kann, werfe ich meine Sorgen vertrauensvoll ab. Lege sie Gott im Gebet hin.

Und frage mich dann, was ich tun kann: in der Sorge um das, was Gott von mir möchte. Leben ermöglichen für die, die sich zersorgen. Die abgehängt oder ausgeschlossen sind. Denen die Hoffnung abhandengekommen ist. Die krank oder traurig sind. Und dann setze ich mich für sie ein. Meine eigenen Sorgen sind dann nicht weg und vorbei, aber sie bestimmen nicht mehr mein Leben. Daran glaube ich.

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