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Muriel Baumeister und die Sucht
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Muriel Baumeister und die Sucht

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von

Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in:Beim Sonntagstalk hat Bärbel Schäfer nachher Muriel Baumeister zu Gast. Und die erzählt nicht nur von ihrem vielseitigen Leben als Schauspielerin, sondern auch von ihrer Alkoholsucht, die sie vor einigen Jahren überwunden hat.

 Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Du hast ja als Pfarrer auch immer wieder mit Suchtkranken zu tun. Was macht man denn, wenn man bei sich Anzeichen von Sucht entdeckt?

Na, der Titel der gerade erschienenen Biographie von Muriel Baumeister ist da ja ganz direkt: „Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben.“

Weil man aus einer Sucht nur rauskommt, wenn man ehrlich eingesteht: Ja, ich bin hingefallen. Ich bin unten. Ich bin krank.

Bei Muriel Baumeister passiert das, als sie unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht und merkt: Ich habe mich nicht mehr Griff. Und: Ich habe bei dem Unfall meine Tochter in Gefahr gebracht.

Daraufhin hat sie sich freiwillig in eine geschlossene psychiatrische Abteilung einweisen lassen, um ihr Leben endlich wieder unter Kontrolle zu bringen.

Dazu braucht man aber einen starken Willen, oder?

Natürlich. Muriel Baumeister schreibt, dass ihr ihre Freunde und ihre Familie dazu am meisten Kraft gegeben haben. Weil die weiter an sie geglaubt haben.

Als Pfarrer würde ich hinzufügen: Genau das ist ein Herzstück der christlichen Botschaft. Gott glaubt an dich. Selbst wenn du nicht mehr an dich glauben kannst. Und Gott glaubt auch, dass du einen Neuanfang machen kannst.

Manchmal gibt einem genau das die Kraft, die man braucht.

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