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Lockdown – Fürchtet euch nicht!
GettyImages/Anton Kornieiev

Lockdown – Fürchtet euch nicht!

Johannes Meier
Ein Beitrag von

Johannes Meier,

Evangelischer Pfarrer und Journalist, Kassel
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Moderation: Corona lässt nicht locker. Die Infektionszahlen sind auf einem neuen Höchststand. Wissenschaftler mahnen, und die Regierungen stehen vor schwierigen Entscheidungen. Einige Regionen und Bundesländer haben bereits einen härteren Lockdown beschlossen. Was bedeutet das für das Weihnachtsfest? Dazu der Zuspruch von Pfarrer Johannes Meier, der übrigens heute Geburtstag hat.

Meinen Geburtstag heute feiere ich mit Videochat und Telefon. Keine Party. Traurig – aber nicht zu ändern. Natürlich denke ich wehmütig zurück ans letzte Jahr: Da gab’s so eine richtig schöne Wohnungsparty mit einer Mischung aus Familie, Freunden und Kollegen. Mit lieben Leuten von nebenan und  auch aus Hamburg oder Berlin.

Geburtstagsparty als Superspreading-Event?

In diesem Winter würde sowas glatt als Superspreading-Event durchgehen. Nun fällt zwar die große Feierei aus – Geburtstag habe ich aber trotzdem. Alle Jahre wieder. Daran ändern auch die strengsten Corona-Regeln nichts, nicht mal ein richtiger Lockdown.

Vielleicht kann er dabei helfen, die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu mindern. Vorausgesetzt, wir sind alle vernünftig und halten uns an das, was Wissenschaftler raten und die Regierungen anordnen. Vor allem hoffe ich, dass Ärzte und Kliniken weiter für alle da sein können, die sie dringend brauchen.

Corona gegen den Geburtstag Jesu machtlos

Was so ein Lockdown aber nicht kleinkriegen kann, ist Weihnachten. Wo er schon meinen Geburtstag nicht verhindern kann, ist er gegen Jesu Geburtstag machtlos. Er ist gegen die Liebe Gottes machtlos, um die es an Weihnachten geht.

Und auch das Covid 19-Virus beißt sich hier die Zähne aus: Weihnachten ist immun. Die Politik täte also gut daran, die nötigen Entscheidungen unabhängig von Weihnachten zu treffen. Falsche Rücksichtnahme.

Die Weihnachtsgeschichte neu hören

Das zeigt ein Blick zurück. Selbst in schlimmeren Zeiten hat die Weihnachtsbotschaft Menschen erreicht. Alte Leute können davon erzählen.

Auch wenn sich dieses Jahr viele zum Fest nicht sehen können, weil sie zu Hause bleiben müssen: Weihnachten kommt trotzdem. Alle Jahre wieder. Aber nicht wie immer!

In diesem Jahr 2020 höre ich die Weihnachtsgeschichte neu und anders. Sie ist ja kein Märchen aus einer heilen Welt. Sie erzählt von einer Geburt in prekären Verhältnissen und von Menschen, die zutiefst verunsichert, allein gelassen und verängstigt sind.

Dann sehen sie auf einmal  einen hellen Schein und hören dieses: „Fürchtet euch nicht!“ Sie finden das Kind in der Krippe. Und sie spüren, jetzt ist alles anders.

Auch, wenn der Lockdown strenger wird. Weihnachten kommt. Damals wie heute.

 

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