Ihr Suchbegriff
Beitrag anhören:
Lächeln im Angesicht des Todes
Bild: Myriams-Fotos/Pixabay

Lächeln im Angesicht des Todes

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
Beitrag anhören:

Bald wird er beerdigt. Ich meine den jungen Mann, der Mitte September an einer Tankstelle in Idar Oberstein erschossen wurde von einem, der keine Maske tragen wollte. Familie und Freunde des jungen Mannes haben vor ein paar Tagen eine Traueranzeige veröffentlicht (focus.de). Darauf lächelt der junge Mann, Alex, vor einem blauen Himmel. Viele Namen stehen auf der Anzeige und ein Satz vom Schriftsteller Stefan Zweig. Der Satz heißt: Liebe ist ewige Gegenwart. Siealle hoffen, dass ihre Liebe zueinander nie vergeht; dass Liebe keine Leere und keinen Tod kennt. Die Familie will nicht zornig sein. Sie halten sich fest an etwas anderem: Liebe ist ewige Gegenwart.

Das berührt mich. Und ich hoffe, dass uns allen auch etwas Lächeln bleibt im Angesicht des Todes. Selbst wenn es schmerzt oder wir viel weinen. Mancher kleine Moment könnte ja möglich sein. Das hat auch einen Grund: Die Liebe vergeht wirklich nicht. Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott. Auch ein schöner Satz. Er ist aus der Bibel (1. Johannes 4,16).

Der Tod ist kein Ende. Wir dürfen getrost auch zu lächeln versuchen, weil Gott dann seine Arme um uns legt. Wer stirbt, ist in keiner Finsternis, sondern im Licht Gottes. Das ist so, als wäre immer Liebe um die Verstorbenen. Eine schöne Hoffnung. Ich will sie mir zu Herzen nehmen, ganz fest. Und vom jungen Alex und seinen Freunden lernen. Ihr Lächeln ist wie ein Licht aus der anderen Welt, in der Gott lebt. Und uns alle dann anlächeln wird.

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren