Ich schenk dir einen Stern
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Ich schenk dir einen Stern

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Für dich hol ich die Sterne vom Himmel runter. Den Satz gibt es nicht erst seit dem Dauer-Hit von DJ Ötzi „Ein Stern, der deinen Namen trägt“. Irgendwie gehört es schon immer zur Romantik dazu: Man schaut mit dem geliebten Menschen in den Himmel und sagt: Schau, das ist unser Stern. Dem geb ich deinen Namen. Den würde ich dir am liebsten schenken.

Es gibt sogar Firmen, die bieten das an. Man kann einen Stern taufen. Die Taufe wird in ein weltweites Register eingetragen. Man bekommt ein Zertifikat und eine Sternkarte. Es gibt sogar ein Umtauschrecht. Wenn der Stern nicht gefällt, kann ich die Taufe rückgängig machen, einen anderen Stern aussuchen oder ich bekomme mein Geld zurück.

Irgendwie bleibt da für mich die Romantik auf der Strecke. Aber ich finde schön, dass viele Menschen jetzt im Advent tatsächlich Sterne verschenken, nämlich Weihnachtssterne. Ich meine die Pflanze mit dem schlanken Stil und den kräftigen Blättern, die sternförmig angeordnet sind. Die unteren Blätter sind grün. Die oberen Blätter können intensiv rot werden oder leuchtend weiß. Hauptblütezeit ist jetzt in der dunklen Jahreszeit.

Eben ein Weihnachtsstern, denn darum geht es im Advent und an Weihnachten. Um das Licht, das Gott mitten ins Dunkel bringt. Jeder Weihnachtsstern ist ein Vorbote für den Stern von Bethlehem, der über der Krippe von Jesus Christus scheint. Ich schenk dir einen Stern. Das ist wie jemand, die mir sagt „Du packst das“, wenn mir gerade der Mut fehlt. Ein Weihnachtsstern, das ist wie jemand, der mich tröstet oder sich mit mir freut, wenn mir etwas gelungen ist.

Die Pflanze Weihnachtsstern mit ihren roten oder weißen Blättern ist für mich die kleine Erinnerung: Es gibt die Sterne über mir und die Sterne in meinem Leben.

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