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Fischtunke und das Christkind
Bildquelle: Iva Balk/Pixabay

Fischtunke und das Christkind

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Ich liebe sie. Die ‚Fischtunke‘ an Heiligabend. Es wird Zeit. Noch 9 Tage bis zum Fest. Ich muss den Honigkuchen besorgen. Den gibt es nicht immer im Laden. Er ist aber unbedingt nötig. Für die ‚Fischtunke‘. Ohne ‚Fischtunke‘ kein richtiger Heiligabend.

Ein großes Stück Honigkuchen – notfalls auch Lebkuchen - , Malzbier, Lorbeerblätter und Zwiebeln. Eine Handvoll Rosinen. Alles gut einweichen. Dann pürieren und lange köcheln lassen. Fertig ist die ‚Fischtunke‘. Unser traditionelles Heiligabend-Essen.

„Zuhause in Schlesien gab es das schon“, erzählte meine Oma. Kartoffeln, Sauerkraut, die ‚Fischtunke‘ – und eigentlich gehört Karpfen dazu. Den gibt es bei uns nicht. Dafür Würstchen in der Sauce erwärmt. So liebe ich die ‚Fischtunke‘. Und freu‘ mich drauf. Heiligabend und ‚Fischtunke‘. Herrlich.

Meine liebe Ehefrau bereitet die ‚Fischtunke‘ vor. Sie mag sie nicht wirklich gerne. Sie macht es, um mir eine Freude zu machen. Aus Liebe. Auch deshalb freue ich mich auf die ‚Fischtunke‘. Ein Zeichen der Liebe ist sie. Für mich.

Das ist sehr passend an Heiligabend. Ist doch das Christkind in der Krippe im Stall ein Zeichen der Liebe. Der Liebe Gottes. Für mich. Gott entdecke ich im Kind. Gott so menschlich. So nah. Berührend.

Eben wie ein Neugeborenes. Genau wie das Christkind damals. Will mir zeigen: Gott meint es gut mit mir! Er beschenkt mich. Im Christkind. So greifbar, anschaulich und nahbar.

Zugegeben. Es mag etwas merkwürdig klingen. Aber: Das haben meine ‚Fischtunke‘ an Heiligabend und das Christkind gemeinsam: Es sind Zeichen der Liebe. Für mich. Und deshalb freue ich mich auf’s Fest.

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