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Ein Gottesbild aus Liebe
Bild: Jeff Jacobs/Pixabay

Ein Gottesbild aus Liebe

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Manche wissen ja immer Bescheid. Auch über Gott. Und sagen uns in dunklen Tagen, warum Gott das zulässt mit dem Virus. Gott straft uns, sagen sie. Weil wir die Schöpfung zerstören. Oder Gott straft Menschen, die ihm nicht passen. So reden nicht nur Pfarrer hin und wieder, auch Bischöfe. Irgendetwas drängt sie dazu, uns Gott zu erklären. Und ich frage mich: Woher wissen die das denn so genau?

Aus der Bibel, sagen sie. Das stimmt. In der Bibel wird über Strafen Gottes geschrieben; und noch mehr über Gnade. Aber über all dem steht deutlich: Was in der Welt geschieht, was immer geschieht in meinem und Ihrem Leben - wir werden Gott nicht erklären oder verstehen. Er bleibt Geheimnis. Und wir haben kein Recht, Gott als Erklärung zu benutzen. Erklären bedeutet ja, dass wir uns ein Bild von Gott machen. Damit scheitern wir. Außer bei einem Bild. Das können wir nicht farbig genug malen; wir alle zusammen. Paulus hat damals angefangen, wir malen weiter an dem Bild: Wir wissen, schreibt Paulus (Römer 8,28), dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. 

Wer von Gott spricht, soll von Liebe sprechen. Und sie dann tun an Menschen und an Gott. Liebe ist auch nicht immer zu verstehen oder zu erklären. Aber zu genießen; oder zu verschenken. Jeden Tag. Über Gottes Strafen wissen wir wenig, über seine Liebe aber viel. Und zwar von Jesus. Der lebte sie und sagt: Wenn euch Gott düster erscheint, grübelt nicht über ihn nach. Seid lieber füreinander da. Dann wird es hell.

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