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Trauungen vorbereiten und feiern
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Trauungen vorbereiten und feiern

Ein Beitrag von

Christof Hartge,

Altwildungen

Lange Zeit hatte ich nur wenige Trauungen in meiner Kirche. Vier bis fünf waren es vielleicht im Jahr. Dann geschahen zwei Dinge gleichzeitig: Nebenan ins Schloss kam ein neuer Wirt und die Gemeinde renovierte die Kirche.

Seitdem schauen die Paare erst im Schloss vorbei und auf dem Rückweg sehen sie, dass da auch noch eine kleine Kirche steht. Sie werfen einen Blick hinein
und kurze Zeit später erhalte ich einen Anruf, ob ich denn bereit wäre, die beiden in der Philipp-Nicolai-Kirche zu trauen. So haben wir jetzt viele Trauungen, dieses Jahr werden es vierzehn sein.

Die Paare, die kommen, sind gut vorbereitet. In den Zeiten des Internets ist alles leicht zugänglich. Abläufe anderer Traugottesdienste gibt es. Das beliebte Lied „Danke für diesen guten Morgen“ gibt es in vielen umgedichteten Versionen. Musiktitel werden herausgesucht. Eine engere Auswahl von Trausprüchen gibt es auch schon.

Viele kleine Entscheidungen stehen an: Wie ziehen wir ein? Wie sollen die Blumen sein? Soll es alles bunt und fröhlich sein oder klassisch oder feierlich? Gibt es andere Mitwirkende? Wollen wir eine Traukerze? Sollen am Ausgang Luftballons fliegen?

Und nach all den Vorbereitungen rückt der große Tag heran, von dem die Hochzeitsportale im Internet sagen, er sei der schönste im Leben. Nun entfaltet sich etwas, was mit der perfektesten Vorbereitung nicht zu erfassen ist: Der Raum und die Musik geben ihren Beitrag: fröhlich, aufmerkend, feierlich, je nachdem wie alles abgestimmt ist.

Die Eltern sind da, die besten Freunde, sie geben etwas von ihrer Freude und Rührung. Der Trausegen lässt die Liebe Gottes spürbar werden. Alles darf ein Trau-Paar empfangen. Aber, und das ist meine Beobachtung an dieser Stelle, man muss auch offen sein. Nach allen Entscheidungen und Vorbereitungen darf es auch geschehen, dass etwas überraschend anders wird oder, dass eine Kleinigkeit schiefgeht, auch das gehört dazu.

Und vor allem: Spätestens im Traugottesdienst sollte das Paar aus dem Vorbereitungsmodus heraus. Manchmal merke ich, wie Braut und Bräutigam bei allem, was geschieht, immer schon den Gedanken im Kopf haben, wird auch das nächste klappen?

Am Ende bleibt dann ein Fest, für das man sehr viel vorbereitet hat und dann nur ein klein wenig feiern konnte. Das wäre sehr schade. Pfarrer, Musiker, Gastronom, die Verwandten – ich bin mir sicher: Die werden es schon gut machen. Ab einem bestimmten Punkt darf man sich dem hingeben. Es wird schon.

Im Trausegen heißt es „Der Segen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes sei mit euch und bleibe bei euch.“ Es ist doch gut, wenn das Planen irgendwo aufhört und der Segen seinen Anfang nimmt.

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