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Soziale Unternehmer
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Irmela Büttner
Ein Beitrag von

Irmela Büttner,

Evangelische Pfarrerin, Offenbach-Bieber
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Zu der Kirchengemeinde in Offenbach, in der ich Pfarrerin bin, gehört der Seniorchef eines Familienunternehmens, das Ledertaschen verkauft. Offenbach ist die Lederstadt und dadurch lange erfolgreich. Nahezu jeder hier kennt aber auch die Kehrseite der Geschichte, dass immer mehr Betriebe schließen mussten und viele Menschen ihre Arbeit verloren haben. Umso mehr Herzblut fließt in die Arbeit bei den Unternehmen, die die Krise überstanden haben. Eines von diesen Unternehmen leitet der Seniorchef, von dem ich spreche.

Mit 80 Jahren nocheinmal richtig reinhängen

Er ist noch in einer anderen Art und Weise besonders. Sein Unternehmen hat längst auf Online-Verkauf umgestellt. Das Geschäft im Internet überlässt er seinem Sohn. Er kümmert sich um die vielen kleinen Läden, die seine Produkte verkaufen. Neulich habe ich mit ihm telefoniert. Ich wollte wissen, wie es ihm während Corona ergangen ist. Er erzählte mir: Er hat sich trotz seiner 80 Jahre noch einmal richtig reingehängt.

„Wie geht es Ihnen?“ - Während Corona persönlichen Kontakt halten zu Kunden und Mitarbeitern

„Wissen Sie“, sagt er mir, „da musste ich doch was tun. Die kleinen Läden mussten ja alle im Lockdown  geschlossen bleiben.  Jetzt waren alle zu Hause in ihren Wohnungen. Meine Mitarbeitenden, aber auch meine Stammkunden. Da habe ich sie immer wieder angerufen und einfach gefragt: „Wie geht es Ihnen?“.

Bei allem Geschäftssinn auch Fürsorge und Loyalität zeigen

Natürlich, für ihn hing auch die Existenz seiner Firma an diesen Telefonaten. Aber mich beeindruckt,  wie wichtig ihm der persönliche Kontakt zu seinen Mitarbeitenden und Kunden ist. Bei allem Geschäftssinn gehört dazu auch Fürsorge und Loyalität zu seinen Kundinnen und Kunden.

Vielleicht spielt sein christlicher Glaube dabei auch eine Rolle. Er selbst würde das nicht vor sich hertragen. Mich beeindrucken Geschäftsleute, denen es nicht nur um Kaufen und Verkaufen geht, sondern um den Kontakt, um die Menschen, mit denen sie zu tun haben.

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