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Sankt Martin
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Sankt Martin

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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An vielen Orten sind sie heute Abend wieder unterwegs. Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen. Sie ziehen durch die Straßen und singen Lieder vom Licht, das die Dunkelheit hell macht.

Und sie hören eine Geschichte aus alter Zeit. Damals waren die Römer die Herren der Welt. Und das Christentum hatte sich noch nicht durchgesetzt. Da gab es einen römischen Soldaten. Martin. Er gehörte auf die Seite der Besatzer.

Ein Soldat hat Mitleid

An einem kalten Wintertag sieht Martin einen Mann vor dem Stadttor sitzen. Einen Bettler. Nur in Lumpen gehüllt. Halb erfroren. Das geht Martin zu Herzen. Er überlegt nicht lange. Er nimmt seinen großen, warmen Mantel – einen ärmellosen Umhang –, teilt ihn mit seinem Schwert in zwei Teile und gibt dem Bettler eine Hälfte. Seine Kameraden haben ihn verspottet, als er mit dem halben Mantel ankam. Sein Vorgesetzter hat ihn getadelt. Doch Martin ließ sich nicht beirren.

Martins Traum

In der folgenden Nacht hat er einen Traum. Er sieht Jesus – mit einem halben Mantel bekleidet. Mit der Hälfte, die er dem Bettler gegeben hat. Ein Engel steht daneben. Zu dem sagt Jesus: „Martin, der noch nicht getauft ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet!“

Nach diesem Traum ist Martin klar: Er wird den Militärdienst verlassen und sich taufen lassen. Und weil die Geschichte mit dem Mantel nicht seine einzige gute Tat geblieben ist, hat man ihn später sogar zum Bischof gewählt.

Licht in der Dunkelheit

Sankt Martin – ein Mann, der sein Herz öffnet für Menschen in Not. Er überlegt nicht lange, sondern handelt und hilft. Und wird so anderen zum Licht in ihrer Dunkelheit. Darum die Martinsfeuer. Darum die Laternenumzüge. Sie erinnern daran, dass auch wir ein Licht in diese Welt tragen und teilen können.

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