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Sankt Martin
Bild: worldvoyager/Pixabay

Sankt Martin

Kathrin Wittich-Jung
Ein Beitrag von

Kathrin Wittich-Jung,

Evangelische Pfarrerin, Wolfhagen
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Heute ist Sankt Martin. Die Kinder in der KITA haben schon seit Wochen fleißig daraufhin gearbeitet. Sie haben Laternen gebastelt und den Gruppenraum dekoriert. Die Martinslieder mussten wieder ins Gedächtnis gerufen werden: Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir… Oder: Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind.

Aber vor allem: Sie haben die Geschichte von Sankt Martin gehört:
Es muss ein eisiger Winter gewesen sein, als der römische Soldat Martin in die Stadt zurückkommt.

Er reitet ein stattliches Pferd und trägt einen wunderbar warmen roten Mantel. Am Stadttor trifft er auf einen Bettler, der kurz vor dem Erfrieren ist. Martin zögert nicht lange – so erzählt es die Legende, und teilt seinen Mantel. Er gibt dem Bettler die eine Hälfte. Noch bevor sich der Bettler bedanken kann, reitet Martin weiter. Diese Geschichte kennt jeder. Aber sie geht noch weiter: In der Nacht hat er einen Traum: Er sieht Jesus, der zu ihm sagt: „Martin, du kleidest mich, auch wenn du nicht getauft bist.“

Die Kinder lieben die Geschichte. Und immer, wenn er den schönen Mantel teilt, sind sie erst mal entsetzt. Der kann doch nicht seinen Mantel einfach so kaputt machen. Aber wenn er den Mantelteil an den Bettler weitergibt, sind sie froh. Sie fühlen mit dem Bettler und sind stolz auf Martins Tat.

Da gibt einer etwas von seinem Reichtum ab, aber eben nicht alles. Der Mantel wärmt den Bettler und Martin. Teilen ist wichtig: Arme zu kleiden, Hungrigen etwas zu Essen geben, Kranke pflegen – das sind Aufgaben, die ganz fest mit unserem Glauben verbunden sind. Er ist nicht einfach an dem Bettler vorbeigeritten, sondern hat gehandelt. Solches Verhalten ist heute noch genauso wichtig, wie damals. Sich für die Schwachen einzusetzen und zu teilen, was man hat. Deshalb beschäftigen sich die Kinder in der KITA jedes Jahr intensiv mit Martin. Wo Menschen nicht achtlos am Leid anderer vorbeigehen, sondern helfen und teilen, da entsteht eine menschenfreundliche und gottgefällige Gesellschaft.

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