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Manchmal braucht’s Farbe
Bild: David Mark/Pixabay

Manchmal braucht’s Farbe

Kathrin Wittich-Jung
Ein Beitrag von Kathrin Wittich-Jung, Evangelische Pfarrerin, Wolfhagen
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Jetzt reicht’s mir mit der Tristesse. Alles grau und braun und langweilig.
Ich brauche Farbe in meinem Leben.

Wir haben da so ein kleines Gartentürchen. Das ist ziemlich verwittert und auch grau und braun.
Es muss einfach gestrichen werden.

Weil die Welt mir gerade eher in Grau- und Brauntönen erscheint. Auch wenn die Sonne scheint und der Himmel in seinem schönsten Blau strahlt, bin ich mit Sorgen über unsere Zukunft erfüllt.

Und auch der Blick auf unsere Wirtschaft und die Gesellschaft macht mir Sorgen.
Die Corona-Pandemie hat uns immer noch im Griff.

Der Sommerurlaub ist storniert – dabei hatten wir uns doch so auf Italien gefreut.
Auch nach den ganzen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie stelle ich mir die Frage: Wie wird es weiter gehen?

Der Blick in die Zukunft erscheint gerade nicht besonders rosig.
Es gibt so viele, die sich auch weiter finanzielle Sorgen machen. Andere sorgen sich, weil das normale und gewohnte Leben immer noch aus den Fugen geraten ist.

Und es dauert noch, bis es wieder in gewohnten und sicheren Bahnen verläuft.
Und deshalb habe ich mich für einen Farbklecks in meinem Garten und in meinem Leben entschieden.

Schluss mit der Tristesse und dem trüben Blick nach vorn. Das Türchen wird rot. Schwedenrot.
Das ist nicht ganz so leuchtend, wie ein Signalrot. Aber es leuchtet.
Und das brauche ich jetzt. Sonst sind es nämlich ganz schön trübe Aussichten.

Also streiche ich die braun-graue Tür rot. So als würde ich sagen: Jetzt erst recht… Die kleine rote Tür trotzt gerade der großen Welt.
„Jetzt erst recht…“ Das hat sich Gott wohl auch gedacht, als er nach der großen Sintflut einen Regenbogen an den Himmel gemalt hat.

„Ich bleibe bei Euch – egal was passiert,“ sagen die bunten Farben am Himmel.
Und das ist, was ich jetzt brauche: Hoffnung und bunte Farben damit ich nicht vergesse:
Gott ist da. Gerade jetzt.

 

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