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Einfach mal in die Sterne sehen…
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Einfach mal in die Sterne sehen…

Christoph Schäfer
Ein Beitrag von

Christoph Schäfer,

Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim
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Meine Familie und ich: Wir fahren alle gerne mal für ein Wochenende vom Rhein-Main-Gebiet in die Rhön. Wir genießen es, dort wandern zu gehen. Der Blick über Hügel und Kuppen ist beeindruckend. Dabei ist mir ein Panorama besonders ans Herz gewachsen: der Himmel nach Sonnenuntergang. Dort auf dem Land ist die Luft viel klarer, und deswegen ist der Sternenhimmel auch oft besonders prächtig.
Ich weiß: Wir sind nicht die einzigen Rhön-Besucher, die diesen Anblick zu schätzen wissen. Ich kenne mittlerweile einige Leute, die nicht zuletzt wegen des faszinierenden Nachthimmels in die Rhön fahren. Aber es ist halt wirklich so: Ich habe nur an wenigen anderen Orten einen ähnlich faszinierenden Nachthimmel gesehen – meist deutlich weiter von meinem Wohnort entfernt. Etwa im Hochgebirge. Hier bin ich überwältigt, wie viele Sterne sich tatsächlich über uns befinden – und wie viele ich zuhause einfach niemals zu Gesicht bekomme. Weil dort viel zu konsequent die Nacht zum Tag gemacht wird. So extrem, dass die ganzen künstlichen Lichtquellen längst als Lichtsmog bezeichnet werden. Zuhause blinkt und leuchtet so viel um mich herum, dass ich viel zu selten auf den Gedanken komme, einmal nachts nach oben zu sehen und die Sterne zu bewundern.
In der Rhön aber macht es mich einfach glücklich, mich im Mosaik der vielen Lichtpunkte zu verlieren. Immer neue Punkte im Dunkel zwischen zwei hellen Sternen zu entdecken. Die geheimnisvollen Muster der Sterne zu bestaunen. Ich habe zwar nur sehr wenig Ahnung von Sternbildern und Astronomie. Aber ich finde: Sie sehen einfach wunderschön aus.
Der Philosoph Immanuel Kant hat einmal gesagt: Der Sternenhimmel zählt zu den Dingen, die den Menschen besonders intensiv berühren. Er hilft dabei, sich selbst besser zu verstehen. Ich kann das nachvollziehen: Wenn ich in die Sterne schaue, empfinde ich Respekt. Ich fühle mich klein, aber nicht bedeutungslos. Deshalb nehme ich mir vor: Ich will aufmerksamer für schöne Natur-Momente im Alltag werden. Und ich möchte weiterhin besonders interessante Sternentdeckungs-Gegenden besuchen. Zum Beispiel die Rhön.

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