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Eine kleine Welt retten
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Eine kleine Welt retten

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Der Weihnachtsmann geht durch die Stadt. Es ist keine normale Stadt, erzählt ein kleiner Film vom Roten Kreuz.* Es ist eine graue Stadt; vom Krieg zerstört. Auch der Weihnachtsmann ist grau. Sein roter Mantel ist beschmutzt, der Bart auch. Überall sind Trümmer, er stolpert, es wird geschossen. Er staunt vor Trauer. Fast weint er. Dann kommt er in ein Haus, erzählt der Film; geht durch leere Räume. In einem sitzt ein Kind, wie verloren. Der Weihnachtsmann geht zu dem Kind, will es trösten. Da erscheint eine Schrift: Das einzige, was der Weihnachtsmann nicht geben kann - ein friedliches Zuhause nämlich.

Zuhause ist Heimat. Ein bisschen. Zuhause ist es wärmer als draußen, heller, friedlicher oft. Kinder können für nichts. Nichts für ihre Armut, nichts für Krieg, nichts für die Machtspiele der Erwachsenen. Kinder möchten Weihnachtslichter sehen, Kerzen und Geschenke. Und viele sehen nichts davon. Zuhause ist das einzige, was der Weihnachtsmann nicht geben kann.

Aber wir vielleicht. Ein wenig. Ich kenne Menschen, die helfen Kinderheimen - im armen Bulgarien, oder um die Ecke in ihrer Stadt. Sie helfen, weil bald Weihnachten ist und Kinder wenigstens Geschenke haben sollen. Dann spüren sie, dass wir sie nicht vergessen. Weil wir eine Welt sind. Kinder können für nichts. Aber wir können. Schenken zum Beispiel. Und zeigen, dass uns niemand gleichgültig ist. Gott krempelt Weihnachten die Welt nicht um, leider. Aber mein Herz. Dann weiß ich wieder: Meine Liebe zählt. Das Glück eines Kindes rettet eine kleine Welt.

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