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Advent Advent kein Lichtlein brennt
Bildquelle: Pezibear/Pixabay

Advent Advent kein Lichtlein brennt

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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‚Advent, Advent kein Lichtlein brennt?‘ Kein Licht. Nur Dunkel. Kein Ausweg.
Für Jochen Klepper nur einen.
Heute vor 77 Jahren hat der Liederdichter sich das Leben genommen. Gemeinsam mit seiner Frau Johanna und der Stieftochter Renate. Mitten im Advent. Weil da kein Licht zu sein schien. Keine Aussicht auf Rettung.
Ehefrau und Stieftochter waren jüdisch. Sollten von den Nazis deportiert werden.
Am 11. Dezember 1942 drehten die drei die Hähne des Gasherdes auf. Nahmen Schlaftabletten, legten sich auf den Küchenboden und beendeten so ihr Leben.

1937 hatte Jochen Klepper gedichtet:
„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“


Immer wieder wurde Klepper ausgegrenzt, bedroht. Viele seiner Lebensträume sind geplatzt.
Er weiß aber auch vom Advent Gottes. Vom Kommen des Lichts. Vom anbrechen-den Morgen, der das Dunkel der Nacht begrenzt.
Der helle Morgenstern ist aufgegangen. In der Geburt des Christuskindes. Dem Licht der Welt, wie Jesus später von sich sagen wird. Das Licht ist da. Mitten in der Dunkelheit. Wir leben dem neuen Tag entgegen. Das ist Advent für den Glaubenden.

Wenige Stunden vor seinem Tod schreibt Klepper in sein Tagebuch:“… wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“
Auch wenn wir es vor lauter Dunkelheit nur erahnen: Es gibt ein Lichtlein im Advent!

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