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Ordnung schaffen: Raum für die Gegenwart
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Ordnung schaffen: Raum für die Gegenwart

Dr. Peter-Felix Ruelius
Ein Beitrag von

Dr. Peter-Felix Ruelius,

Leiter ZB Christliche Unternehmenskultur & Ethik bei der BBT-Gruppe, Koblenz
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Marie Kondo ist derzeit der Superstar der Ordnung und die Meisterin des Aufräumens. Ihre „Konmari“-Methode hat Millionen Fans. Ihre Botschaft: Aufgeräumt wird das Leben glücklich.

Die meisten Menschen haben offensichtlich zu viele Sachen und aus dem Zuviel wird schnell ein Chaos, weil man nicht mehr zum Aufräumen kommt. Wie gut, dass es Profis gibt, die einen beim Aufräumen unterstützen. Aufräumen hat Konjunktur.

Ich bin tatsächlich kein Experte im Aufräumen. Manchmal krame ich in alten Kisten und entdecke Dinge, an die ich schon lange nicht mehr gedacht habe. Dann tauchen in der Erinnerung auch alte Erlebnisse oder Begegnungen wieder auf. In vielen Dingen steckt etwas von meinem Leben. Die greifbare Vergangenheit gibt ein Gefühl von Heimat, von der eigenen, sicheren Welt, vom Zuhause im Leben. Mich davon trennen? Ganz schön schwer!

Aufräumen heißt: Der Gegenwart mehr Raum geben, damit die Vergangenheit und ihr Strandgut mich nicht erdrücken. Daher der wichtigste Rat von Marie Kondo beim Aufräumen: Nimm etwas in die Hand und frage dich: Macht es dich glücklich, das zu besitzen? Wenn nicht, dann trenne dich davon. Ein zweiter Rat: Bedanke dich bei allen Dingen, von denen du dich trennst. Aufräumen soll auch die Vergangenheit respektieren und sie nicht verachten. Ich soll anerkennen, dass mich Dinge in meinem Leben eine Zeit lang begleitet haben. Sie hatten ihren Zweck und haben mir einmal auch etwas bedeutet.

Gilt das auch für mein Inneres? Für Überzeugungen oder sogar für Glaubensüberzeugungen? Ich denke schon. Auch hier bewahre ich Manches auf, das heute meinem Leben nicht mehr dient. Sätze über Gott und die Welt, über mein Leben und über andere Menschen. Es tut gut, auch hier von Zeit zu Zeit einen Blick darauf zu werfen: Welche Ideen und Überzeugungen, welche Vorstellungen, auch von meinem Glauben, machen mich heute noch glücklich? Welche dienen meinem Leben? Und welche nicht mehr? Und auch hier gilt: Ich darf mich davon verabschieden, darf sie beiseite legen – und kann mich dafür bedanken, dass sie mir eine Zeitlang im Leben hilfreich waren.

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