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Nachbars Garten, ein kleines Paradies
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Nachbars Garten, ein kleines Paradies

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Sommerzeit ist Ferienzeit. Viele aus meiner Straße sind schon unterwegs. „Ich bleibe zu Hause“, sagt mir meine Nachbarin Karin. „Wozu muss ich in Urlaub fahren? Ich habe meinen Garten.“ Und dann lädt sie mich ein in ihr kleines Paradies – wie sie es nennt.

Ich komme mit und staune: Gepflegte Beete, kleine Wege aus Natursteinen, liebevoll gestaltete Ecken, eine Bank zum Sonnenbaden – umgeben von Sträuchern und Büschen. Hier grünt und blüht es in allen Farben. Und wie das duftet! Lavendel, Rosen … und ist das nicht Zitronenmelisse? Ein Garten wie aus dem Bilderbuch. Ich bin überwältigt.

Karin sagt: „Wenn ich abends hier sitze und in den Garten schaue, ist das für mich Urlaub pur. Da können die Batterien wieder auftanken.“ Sie muss das Paradies nicht in den Bergen oder an fernen Stränden unter Palmen suchen. Sie hat es sich selbst erschaffen – hier mit ihrem Garten.

Ein Stück heile Welt. Ja, vielleicht. Aber für mich vor allem eine Erinnerung daran, wie Gott sich die Welt ursprünglich gedacht hat – nicht kaputt, sondern heil. Nicht ausgebeutet, vergiftet und vermüllt, sondern als Lebensraum für uns Menschen und für alle Geschöpfe.

Kein Schlaraffenland, wo ich nur faul auf der Haut liege. Gartenarbeit ist schweißtreibend. Aber ein Ort, an dem ich mich wohl fühle und den ich nach meinen Vorstellungen kreativ gestalten kann – um mich daran zu freuen, zum Genießen und um Nachbarn dahin einzuladen.

Solche Orte tun der Seele gut. Und sie halten in mir die Hoffnung wach, dass Gott seinen Traum von einer heilen Welt eines Tages Wirklichkeit werden lässt.

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