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Gerechtes Teilen
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Gerechtes Teilen

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Das ist ungerecht! Den Satz hör ich öfter bei  meinen Neffen. 5 und 9 Jahre alt sind sie, und sie haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, vor allem, wenn es ans Teilen geht. Wer kriegt wie viel, das ist eine wichtige Frage, schon bei Kindern. Und bei uns Erwachsenen geht das natürlich weiter: Wie viel sollen Menschen kriegen, die nicht arbeiten können? Wie sollen wir Wohlstand teilen zwischen Ost und West oder Land und Stadt? Oder auch, noch weiter gedacht: Wie geht gerechtes Teilen in der Einen Welt, wie funktioniert eine gerechte Weltwirtschaft? Die Fragen rund um Gerechtigkeit, im Kleinen wie im Großen: Die sind gar nicht so einfach zu beantworten.

Ab morgen geht es auch im Fernsehen und im Radio viel um solche Fragen, auch hier in hr1. Die ARD hat dieses Jahr ihre Themenwoche unter das Motto „Gerechtigkeit“ gestellt. Bei Reportagen, bei Interviews und sogar beim Krimi dreht sich alles um die Frage: Was ist gerecht? 

Ich finde, es ist ein witziger und glücklicher Zufall, dass diese ARD-Themenwoche ausgerechnet am 11.11. startet. Da ist nämlich nicht nur der Beginn der Fastnacht. Das ist auch der Tag des heiligen Martin. Viele Laternenumzüge wird’s an diesem Wochenende zu seinen Ehren geben, und dabei wird oft die berühmte Geschichte nachgespielt: Wie Sankt Martin einst dem frierenden Bettler am Stadttor die Hälfte seines Mantels gegeben hat. Gerechtes Teilen, das hieß für ihn: Ich gebe dem armen Mann so viel, wie ich eben  kann. Damit er nicht weiter frieren muss. Und ich trotzdem noch genug habe für mich selbst. 

Ich finde, das ist ein guter Ansatz, auch für die Fragen rund um Gerechtigkeit heute, zu schauen: Was braucht der andere? Damit er nicht frieren muss, damit er menschenwürdig leben kann, vielleicht sogar: damit er glücklich ist. Wie viel kann ich abgeben von dem, was mir zusteht? Meine Neffen kriegen das immer wieder hin: dieses Teilen mit Blick auf den anderen. Und meistens sind sie mit dem Ergebnis dieses gerechten Teilens dann sogar ganz glücklich und zufrieden.
 

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