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Chanukka - das jüdische Lichterfest
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Chanukka - das jüdische Lichterfest

Andrea Seeger
Ein Beitrag von Andrea Seeger, Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Heute beginnt Chanukka, das jüdische Lichterfest. Mona, die jüdische Freundin meines Sohnes, studiert. Sie ist eine sehr selbstständige Frau. In den acht Tagen des Lichterfestes – in diesem Jahr dauert es bis zum 18. Dezember – besucht sie jeden Abend ihre Eltern. Ihre Schwester lebt auch dort. Die Familie zündet an jedem Tag eine neue Kerze an am Chanukkia, dem Kerzenleuchter mit acht Armen, oft gibt es einen neunten für die Anzündkerze. Eine halbe Stunde lang soll die Arbeit dann ruhen, es gibt Gebete und Segenssprüche. Kinder bekommen oft Süßigkeiten und Geschenke. Nun gut, das ist bei Mona und ihrer Schwester nicht mehr der Fall.

Chanukka-Leuchter in den Fenstern

Seitdem ich mich mit ihr mal über dieses Fest unterhalten habe, fallen mir mehr und mehr Chanukka-Leuchter in den Fenstern von Wohnungen oder Häusern auf. In großen Städten wie Frankfurt, Hamburg oder Berlin gibt es auch einen riesigen Leuchter auf einem öffentlichen Platz.

Chanukka erinnert an den Sieg über die Griechen

Das Fest soll an den Sieg jüdischer Kämpfer über die griechischen Herrscher vor mehr als zweitausend Jahren erinnern. Dann endlich durften die Juden wieder ihren Gott anbeten. Doch vorher wollten sie ihren Tempel neu weihen, alle Erinnerungen an die griechischen Götter beseitigen. Dazu wollten die Juden ihren Leuchter anzünden. Er darf nach jüdischem Glauben niemals verlöschen. Während der Herrschaft der Griechen hatte er allerdings gar nicht gebrannt, die Griechen hatten zudem das ganze Öl für den Leuchter vernichtet.

Kartoffelpuffer und Krapfen gehören dazu

Nur ein kleines Kännchen Öl hatten sie wohl übersehen. Doch so eine kleine Menge hätte gerade für einen Tag gereicht. Wie durch ein Wunder, so heißt es, brannte der Leuchter im Tempel acht Tage lang! Auch daran denken die Juden am Lichterfest. So stehen Kartoffelpuffer und Krapfen auf dem Speiseplan, die in besonders viel Öl gebacken werden. Mona schwärmt dafür. Sonst achtet sie sehr auf Kalorien, doch am Lichterfest ist ihr das egal. Das kommt mir bekannt vor –Weihnachten läuft das in vielen Familien ganz ähnlich. Chanukka ist Weihnachten atmosphärisch eben nicht unähnlich. Mona liebt übrigens Weihnachten – es ist so heimelig, sagt sie. 

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