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Warum gibt es die Welt?
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Warum gibt es die Welt?

Uwe Groß
Ein Beitrag von

Uwe Groß,

Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden
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„Zwei Fragen bewegen im Grunde genommen die Menschen: Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden.“ Dieser Satz stammt von Stephen Hawking, dem wohl bekanntesten Mathematiker und Astrophysiker der Gegenwart. Vor einem halben Jahr ist der englische Wissenschaftler gestorben. Wie hat alles angefangen, wie ist es entstanden – das Universum? Und wie wird es vielleicht einmal enden? Darum geht es in Hawkings berühmtem Buch: „Eine kurze Geschichte der Zeit“. Ganz beantworten kann selbst der bedeutende Wissenschaftler die Fragen nicht. Er kommt an die Grenzen der Naturwissenschaft. Hat Gott etwas mit der Entstehung zu tun? Steckt er hinter den Entwicklungen? Auf diese Frage hat auch Hawking keine Antwort. Eigentlich geht es ihm nicht anders, als den Kindern in der Grundschule. Wenn ich denen im Religionsunterricht sage: „Gott hat die Welt erschaffen“. Dann kommt meistens: „Aber Papa hat gesagt“, und ich höre mir die ganze Urknalltheorie in Kinderversion an. Wenn ich dann frage: „Was war denn vor dem Urknall, warum gab es einen Urknall? Was passiert, wenn die Erde nicht mehr ist?“ Dann werden die Kinder verlegen. Kindern und Erwachsenen geht es bei diesen grundsätzlichen Fragen nicht anders. Vielleicht liegt das daran, dass die Antwort auf diese Fragen unser Wissen übersteigt. Selbst wenn ich nicht an Gott glaube – wie auch Stephen Hawking-, dann komme ich mit meinen Fragen an Grenzen. Wie hat alles angefangen? Wie wird alles enden? Die Antwort kann lauten: „Alles war Zufall, es gab keinen Grund und es endet auch alles im Zufall, im Chaos oder im Nichts.“

Ich glaube nicht, dass die Welt durch Zufall entstanden ist. Ich glaube, dass Gott die Zeit, den Raum und das Universum geschaffen hat. Er hat ihnen seine eigenen Gesetze gegeben. Nach diesen Naturgesetzen laufen auch heute noch alle Entwicklungen. Ich glaube auch nicht, dass die Welt zum Teufel geht und im Chaos endet. Ich glaube daran, dass Gott ein Ziel für unsere Welt hat. Ich habe da Vorstellungen vom Himmel, wie ich sie in Kirchen schon so oft gesehen habe. Die Schöpfung kehrt heim in ein ewiges Licht. Ich weiß, das sind Bilder. Bilder aus menschlichen Vorstellungen. Im Letzten wird wohl alles viel größer und schöner sein. „Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden?“ Auch Menschen wie Albert Einstein und Stephen Hawking haben darüber gerätselt, ob sich das Weltall aus sich heraus oder durch den Willen Gottes gebildet hat. Hawking kam gegen Ende seines Lebens zu der Meinung, dass sich alles aus Naturgesetzen ableiten ließe, während Einstein der Meinung war: Gott würfelt nicht.

 

 

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