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Stromausfall
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Stromausfall

Dr. Joachim Schmidt
Ein Beitrag von

Dr. Joachim Schmidt,

Evangelischer Pfarrer, Darmstadt

Gegen halb elf Uhr abends flackerte das Licht, dann war es aus. Wir saßen im Dunkeln. Ein Blick aus dem Fenster: Keine Straßenlaterne an. Auch in den Nachbarhäusern alles finster. Wir begannen, eine Taschenlampe zu suchen. Natürlich lag sie nicht dort, wo sie eigentlich sein sollte. Inzwischen huschten in den Fenstern der Nachbarn gespenstische Lichtkegel, wie aus einem schlechten Krimi. Die hatten ihre Taschenlampen gefunden.

Telefon: Kein Freizeichen. Handy: Kein Empfang. Abgeschnitten von der Welt. Displays von Fernseher, Stereoanlage, Kühlschrank, Herd: tot. Jetzt, im Sommer, war es ja egal, dass auch die Heizung garantiert nicht lief. Die Gedanken fuhren Karussell: Was wohl noch ausgefallen war? Verdammt, alles läuft doch bei uns mit Strom!

Wasserversorgung, Krankenhäuser, Ampeln, Tankstellen, Flugverkehr, Bahn, Banken, Geldautomaten – alles läuft mit Strom. Von den Millionen sonst was steuernder Computer gar nicht zu reden. Wie, wenn das jetzt eine größere Geschichte wäre, ein Hackerangriff auf die Energieversorgung, vor dem seit langem gewarnt wird? Wir waren beunruhigt. Nach einer halben Stunde kam das Licht wieder, als wäre nichts gewesen. Der kurze Blackout war unserer Tageszeitung nicht mal eine Fünf-Zeilen-Notiz wert. Alles doch ganz harmlos?

Unser Stromnetz ist für unser Überleben wichtig wie das tägliche Brot im Vaterunser. Der große Reformator Martin Luther hat einmal gesagt, zum täglichen Brot gehöre alles, was wir zum Leben brauchen. Heute auch die sichere Energieversorgung. Vielleicht keine schlechte Idee, auch dafür einmal ausdrücklich dankbar zu sein.

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