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Raus aus dem Spiel, von jetzt auf gleich
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Raus aus dem Spiel, von jetzt auf gleich

Andrea Seeger
Ein Beitrag von

Andrea Seeger,

Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Moderator / Moderatorin: Fußballbundestrainer Joachim Löw reiste in dieser Woche nach München. Dort sprach er mit Jérôme Boateng,  Mats Hummels und Thomas Müller vom 1. FC Bayern München.  Bisher waren sie auch Spieler der Nationalmannschaft. Nach dem Gespräch sind sie es nicht mehr. Im selben Atemzug hatte der Deutsche Fußballbund per Pressemitteilung die Medien über den Rausschmiss informiert. Richtig rund ist da nichts gelaufen, findet Andrea Seeger von der Evangelischen Kirche.

Der Bundestrainer muss sportliche Entscheidungen treffen. Dafür wird er bezahlt. Wie übrigens viele Menschen in verantwortlicher Position. Das ist nicht leicht, besonders dann nicht, wenn jemand gehen soll, der das nicht will. Das passiert leider öfter. Der Arbeitgeber möchte jemanden loswerden zum Beispiel oder Arbeitnehmer erreichen die Altersgrenze und müssen sich von Gesetz wegen in den Ruhestand verabschieden. Alles hat seine Zeit. Manchmal ist das bitter.

Da kommt dem Wie eine entscheidende Bedeutung zu. Nehmen wir als Beispiel ruhig Boateng, Hummels und Müller. Langgediente ausgezeichnete Sportler mit Charakter, Botschafter der Marke Deutschland. Sie hätten es verdient, dass man vorab mit ihnen redet, sie vorbereitet auf das, was kommt. Sie das Gesicht wahren lässt. So wie in jedem guten Betrieb. Und dann auf die Abschiedsfeier zu sprechen kommt. Das ist ein gutes Ritual, das hilft, die Schmerzen der Vergänglichkeit auszuhalten. Da ist auch Platz zu sagen und zu zeigen, dass die Trennung weh tut.  Denen, die gehen, aber auch denen, die zurückbleiben. Damit wird ein offizieller, sichtbarer Schlusspunkt  gesetzt, die Leistungen noch einmal herausgestellt und Danke gesagt. Vielleicht gibt es ja wenigstens eine gelungene Abschiedsvorstellung für die Spieler. Es ist ihnen und uns zu wünschen.   

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