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Konfirmation
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Konfirmation

Ein Beitrag von Christof Hartge, Alt-Wildungen

Am kommenden Sonntag, dem Pfingstsonntag, feiern wir in Alt-Wildungen Konfirmation. Neunzehn Mädchen und Jungen werden mit ihren Familien einen großen, schönen Gottesdienst feiern. Wenn ich dann nach der Kirche mit dem Küster noch die letzten Liedblätter aufräume, denke ich: „Geschafft!“ und freue mich, dass diese Jugendlichen nun „Ja“ zu ihrem Glauben gesagt haben.

Einen Satz höre ich leider öfter im Umfeld der Konfirmation und er ist nicht nett. Er ist auf die Konfirmanden gemünzt und lautet: „Die machen das nur wegen des Geldes.“

„Sei nicht naiv, Pfarrer“ lautet die Botschaft, ich weiß wie’s es wirklich ist. Ich würde den Menschen am liebsten in den Konfirmandenunterricht einladen.

Ein Erlebnis will ich aber erzählen. Am Schluss der Konfirmandenzeit dieses Jahres ging es um das Glaubensbekenntnis. In fünf Absätzen sollten die Mädchen und Jungen als Summe ihrer Konfirmandenzeit ein eigenes Glaubensbekenntnis formulieren. Ich glaube, dass Gott …, ich glaube dass Jesus …, ich glaube, dass der Heilige Geist …, ich glaube, dass die Kirche …, ich glaube, dass ich selbst … Jeder dieser Sätze sollte fortgesetzt werden. Das versuchten sie zuerst allein. Dann in Zweiergruppen, in Kleingruppen. Bis schließlich zwei Gruppen antraten und sich per Abstimmung auf ein Glaubensbekenntnis einigten. Am meisten Diskussionen gab es um den Punkt: „Ich glaube, dass der Heilige Geist …“. Schließlich kam folgendes heraus und wurde einstimmig angenommen: „Ich glaube, dass der Heilige Geist die gute Seele ist, die uns zusammenhält und uns mit Gott und Jesus verbindet.“

Was für eine wunderbare Formulierung. „Eine gute Seele“ das sind Leute, die dafür sorgen, dass eine Gemeinschaft zusammenhält. Oft ist es so, dass sie auf die kleinen Dinge achten, schauen, dass das Richtige im richtigen Moment geschieht. „Eine gute Seele“, das ist aber auch ein Wort, das so mehr ins Atmosphärische hinüberschwappt. Etwas, das die Gemeinschaft nicht sehen, nicht greifen kann, aber unbedingt braucht, um nicht auseinanderzufallen. Sinnliches und Unbegreifbares, Person und Energie haben die Konfirmanden in diesem Satz zusammengespannt. Respekt und Danke!

Ich frage jetzt noch mal: Kommt man auf so etwas nur, weil man am Ende auf die große Sause hofft? Oder ist es nicht vielmehr so: Junge Menschen haben für diesen Moment und diese Gruppe ein Bekenntnis abgelegt, das auch Erwachsene noch zum Verstehen anregt. Mir ging es jedenfalls so.

Es gibt auch eine neue Studie, in der 11.000 Konfirmanden dazu befragt wurden, was ihnen der Konfirmandenunterricht bedeutet und was sie motiviert hat, sich anzumelden. Sie konnten mehrere Gründe ankreuzen. Neben Geld und Geschenken haben 67% angekreuzt, dass es ihnen wichtig ist, bei der Konfirmation den Segen zu empfangen. „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten“. So hat er schon gelautet, als ich konfirmiert wurde, ich hoffe und bitte es auch für die Mädchen und Jungen, die so ernsthaft an ihrem Glaubensbekenntnis gearbeitet haben.

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