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Kein Müll
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Kein Müll

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel
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„Am Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war noch wirr und leer, und Dunkelheit herrschte über dem Urmeer.“ So beginnt die biblische Geschichte von Gott und den Menschen. Das erste, was Gott tut: Er schafft Ordnung. Er trennt die Dunkelheit vom Licht, das Wasser vom Land, den Himmel von der Erde – Gott ordnet die Welt und legt sie am Ende in unsere Hand. Unser Auftrag lautet: Den Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen zu erhalten.

Zwei Hamburgerinnen machen vor, wie das heute ganz praktisch aussehen kann: Die Freundinnen Erdmuthe Kriener und Vanessa Riechmann versuchen, keinen oder so gut wie keinen Müll mehr zu produzieren – und das, ohne dabei auf etwas verzichten zu müssen. Das, was sie in drei Monaten an Müll produzieren, passt in ein Marmeladenglas. Das ist umso erstaunlicher, da sie beide in einem Mehrpersonenhaushalt mit kleinen Kindern leben, die noch gewickelt werden – natürlich mit Stoffwindeln. Lebensmittel kaufen sie unverpackt auf dem Markt oder in Läden, die Waren ohne Verpackung anbieten. Diese werden in mitgebrachte Stoffbeutel oder in Glasbehälter gefüllt. Wenn sie aus dem Haus gehen, denken sie an einen Brotbeutel für den Bäcker oder den Thermobecher für den Coffee to go. Und manches stellen sie auch einfach selbst her wie z.B. Zahnpasta, Shampoo oder andere Reinigungsmittel.

Die beiden Freundinnen wollen mit ihrem Lebensstil nicht missionieren. Sie inspirieren andere vielmehr. Sie reden nicht über Müllvermeidung, sondern machen vor, wie es geht. Mein Interesse haben sie damit auf jeden Fall geweckt. Und manches davon kann auch ich problemlos umsetzen, z.B. an Beutel und Taschen zu denken, wenn ich auf dem Markt einkaufen gehe oder Brötchen hole. Ich möchte meinen Teil im Kleinen dazu beitragen, unsere Welt zu erhalten.

Am Ende des biblischen Schöpfungsberichts heißt es: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Und siehe, es war alles sehr gut.“

 

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