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Ins Foto hineingeschaut
Pixabay/Free-Photos

Ins Foto hineingeschaut

Dr. Peter Kristen
Ein Beitrag von

Dr. Peter Kristen,

Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt
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Milliarden Fotos entstehen jeden Tag. An einem einzigen Tag wie heute klicken wieder mehr Auslöser, als in den ersten 100 Jahren der Fotografie zusammen.

Photos mit dem Handy schießen, kann fast jeder

Selfies mit Freuden, ein Foto von meinem Burger für Instagram, ein Urlaubsfoto für die zuhause. Mit dem Handy haben beinahe alle immer einen Fotoapparat dabei. Das geht fix und die Ergebnisse sind verblüffend gut. Schnell fotografiert, schnell gepostet, schnell mal drüber geguckt. So geht’s mit den meisten Fotos, leider.

Ansel Adams - Pionier der künstlerischen Fotografie

Ansel Adams war ein Pionier der künstlerischen Fotografie. Er hat mal gesagt: „Ein Foto wird meistens nur angeschaut - selten schaut man in es hinein.“ Für ihn als ausgebildetem Musiker war seine schwere Kamera wie ein Instrument.

Mit ihr hat er in der Landschaft Kaliforniens ideale Kompositionen gesucht. Schon beim Fotografieren hat er das Foto vorausgeahnt und es dann beim Entwickeln in der Dunkelkammer perfektioniert. 

Sich Zeit nehmen und in ein Foto hineinschauen

Ich finde, es lohnt sich unbedingt, sich etwas Zeit dafür zu nehmen, in ein Foto erwartungsvoll hineinzuschauen. So entsteht eine Art Zwiegespräch zwischen dem, was das Foto zeigt, und denen, die hineinschauen. Unwillkürlich baut das Foto eine wunderbare Brücke zwischen dem Motiv und dem, was in den Menschen schon ist: Erinnerungen, Gefühle, Wünsche.

Wenn mehrere dasselbe Foto betrachten und darüber reden, entdecken sie oft eine große Vielfalt von Gedanken und Gefühlen, die alle bereichert. Das hab‘ ich schon oft erlebt.

Die Bilder in den Kirchen eröffneten den Menschen damals einen anderen Blick auf die Welt

Als noch die wenigsten Menschen lesen und schreiben konnten, waren die Bilder in den Kirchen ihre Brücke zum Heiligen. Sie ausgiebig und offenen Herzens zu betrachten, darüber zu meditieren und zu reden, hat den Menschen damals einen anderen Blick auf die Welt eröffnet, auf Gott und sich selbst.

"Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute"

Ich finde, wir könnten das heute zurückgewinnen. Ich kann neu lernen, in gute Fotos hineinzuschauen oder gar selbst welche machen. Müssen ja nicht viele sein. Ansel Adams hat gesagt: „Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute“.

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