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Immer im Blick sein
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Immer im Blick sein

Winfried Engel
Ein Beitrag von Winfried Engel, Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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Neugierde und Schaulust sind Phänome, die in unserer heutigen Gesellschaft weit verbreitet sind. Nur nichts verpassen, schon gar nicht etwas, was aus dem Rahmen des Alltäglichen herausfällt. Von dieser menschlichen Sucht lebt ein Teil unserer Medienindustrie, daraus speisen sich immer neue Formate im Fernsehen. Spätestens seit Big Brother wissen wir, dass es in unserer Gesellschaft zig-Tausende von Menschen gibt, die bereit sind, sich bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens zuschauen zu lassen, Und Millionen sind daran interessiert, dies auch zu tun. Wer so etwas heute im Fernsehen sendet, dem ist der wirtschaftliche Erfolg sicher!

Wie sich die Zeiten doch ändern! Im Jahr 1948 schrieb George Orwell seinen Roman „1984“, in dem er durch die Beschreibung des totalen Überwachungsstaates vor entsprechenden Entwicklungen der Zukunft warnen wollte. Dass sein „Big Brother“ einmal zu einem Erfolgsrezept eines Fernsehformates werden sollte, hätte er sich nie träumen lassen! Ich erinnere mich auch an einen Satz, den Eltern gern ihren Kindern sagten, um sie zu Wohlverhalten zu bewegen: „Ein Auge ist, das alles sieht, selbst was in dunkler Nacht geschieht!“ Der liebe Gott als Erziehungsmittel, von vielen nachträglich als unzumutbare Belastung empfunden. Der alles sehende Gott als Beleg für eine Religion, der man damit unterstellte, den Menschen durch totale Kontrolle seiner Freiheit berauben zu wollen. Dabei hat dieser Gott den Menschen niemals zu irgend etwas benutzt und ihn schon gar nicht seiner Freiheit beraubt. Er ist der Gott, der für die Menschen da ist, der ihnen überall zur Seite steht. Kameras in meiner Wohnung, an meinem Arbeitsplatz oder sonst wo, die mag ich nicht, doch wenn Gottes Auge auf mir ruht, dann fühle ich mich geborgen!
    
 

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