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Das Beste für die Schwächsten
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Das Beste für die Schwächsten

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel

Will eigentlich noch jemand regieren in unserem Land? „Sondieren“ ist das neue Regieren. Seit Monaten wird sondiert, also erkundet, erforscht, taktiert. Mal im Stillen, dann wieder laut oder von einem Balkon winkend. Aber wird noch gestaltet? Mein Eindruck ist, dass mehr verschleppt wird als gewollt. Dabei habe ich vor Monaten doch gewählt, damit regiert wird. Damit etwas geschieht gegen die Armut von Kindern und für die Pflege der Kranken und Alten. Es soll gestaltet werden statt verwaltet. Aber will noch jemand gestalten?

Es herrscht wohl viel Misstrauen in Berlin, vielleicht auch Angst. Parteien sorgen sich um ihre Zukunft. Manche fürchten um ihre Ämter. Das kann ich verstehen. Angst ist immer verständlich. Aber nicht immer berechtigt. Es geht nämlich nicht um Parteien und Ämter. Es geht um gute Schulen für unser Land; um Kranke; um die ohne viel Rente und die, die unseren Schutz brauchen. Und die beste Pflege. Es geht um Menschen, nicht um die Wiederwahl von Personen oder Parteien.

Also um Verantwortung. Ja, auch vor Gott. Regiert wird nicht mehr von Gottes Gnaden. Die Zeiten sind vorbei. Verantwortung aber bleibt - vor den Ärmsten und vor Gott. Der uns das Leben gab und Ämter, will auch unsere Verantwortung. Was hast du gemacht mit deiner Kraft, mit deinem Einfluss, den Gott dir schenkte? Hast du sondiert oder gestaltet? Das Beste gewollt, kann die Antwort nur heißen; das Beste für die Schwächsten in Stadt und Land. Zügig und tapfer. Und im Vertrauen auf Gott.

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