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Advent im Blauen Saal
Bildquelle: Gundula Vogel/Pixabay

Advent im Blauen Saal

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Erwartungsvoll sitzen sie da. An den adventlich eingedeckten Tischen. Im ‚Blauen Saal‘. Männer und Frauen. Die Bewohner des Wohnstifts Hanau freuen sich auf die Jungen und Mädchen. Von der Eugen-Kaiser-Schule. Von nebenan. Jung trifft Alt. Das Beisammensein im Advent hat bereits Tradition. Dreimal im Advent kommen die Klassen ins Wohnstift.

Diese Woche kommt die Berufsfachschulklasse ‚Gesundheit‘ mit ihrer Lehrerin Petra Brinkmann. Es gibt Kaffee, Tee und Saft. Die Schüler bringen Stollen und Plätzchen mit. Natürlich in der Schulbackstube gebacken. Andere Klassen mit ihren Lehrern bereiten Lieder und Gedichte vor. Die Floristen basteln Adventsgestecke. Andere stellen mit den Senioren stimmungsvolle Teelichthalter her.

Freude wollen diese jungen Menschen bereiten. Adventliche Gefühle wecken, auch die Vorfreude auf Weihnachten.

Ein wenig Enkelersatz sind die 15-17 Jährigen vielleicht auch. Denn Einige, die hier wohnen, haben keine Angehörigen. Keine Kinder. Keine Enkel. Kennen kein Weihnachten im Familienkreis.

Deshalb ist das Miteinander neben Stollen, Gedichten und Liedern so wichtig. Sind die Gespräche zwischen Jung und Alt so wertvoll.

Erzählen von früher. Gefragt werden, wie Weihnachten damals war. Sich erinnern dürfen. Interesse spüren. Jung lernt von Alt. Alt erfährt, wie Jung heute denkt.

Ich finde es gut, dass Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sich im benachbarten Altersheim engagieren. Die Begegnung zwischen den Generationen öffnet Türen. ‚Macht hoch die Tür, die Tor macht weit‘ – singen wir im Advent. Es gilt auch für unser menschliches Miteinander. Ich glaube, im ‚Blauen Saal‘ erlebt Jung und Alt etwas davon. Und vom ‚Heil und Leben‘, das uns im Advent verheißen wird.

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