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Advent bedeutet Ankunft, Ankunft bedeutet Warten
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Advent bedeutet Ankunft, Ankunft bedeutet Warten

Karl Waldeck
Ein Beitrag von Karl Waldeck, Direktor Evangelische Akademie, Hofgeismar
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Heute ist Montag. Die Woche zwischen dem 2. und 3. Advent beginnt. Mit dem Wort „Advent“ verbinde ich Feierliches, Schönes: Ich höre das Wort Advent und alle Sinne werden in mir angesprochen: Sehen, Geruchssinn, Geschmack, das Hören: das Kerzenlicht am Adventkranz, der Geruch von gebrannten Mandeln und Punsch auf den Weihnachtsmärkten, der Geschmack von Weihnachtsgebäck, festlich-fröhliche Musik im Ohr. Der Advent ist eine Hoch-Zeit für die Sinne. Wohl auch deshalb ist er so beliebt.

Überraschend ist: Das Zauberwort „Advent“ bezeichnet – wörtlich übersetzt − etwas ganz Nüchternes. Advent, vom lateinischen adventus, heißt Ankunft. Die Adventszeit ist also Ankunfts-Zeit. Es ist eine besondere Ankunft, die nun ansteht, an die alle Jahre wieder gedacht wird. Die Adventszeit hat ihr Ziel im Weihnachtsfest erreicht. An ihm wird die Ankunft eines besonderen Menschen gefeiert: Für den, der glaubt, ist dieser Mensch zugleich Gottes Sohn: Jesus von Nazareth. Jesus kommt auf Erden an, er kommt im Stall zu Bethlehem zur Welt.

Advent heißt Ankunft. Um Ankunft geht es immer wieder im Alltag, auch außerhalb des Advents. Ich sehe die Fahrpläne vor mir, die großen weißen Aushänge an den Bahnhöfen − oder der Hinweis auf Flughäfen, die Piktogramme, die Schilder mit den Aufschriften „Ankunft“ oder „Arrival“.

Bahnhof, Flughafen. Orte, die mit Ankunft verbunden werden. Zur Ankunft gehört – oft zumindest − das Warten. In der Adventszeit ist es ein Zeitraum von vier Wochen, in denen auf die Ankunft Jesu gewartet wird.
Zum Warten gehört – zumindest oft – auch Ungeduld. Ich warte, muss warten zu unterschiedlichen Anlässen: an der Roten Ampel im Straßenverkehr, am Bahnsteig, wenn der Zug nicht kommt, wenn der Lift sich scheinbar nur in Schneckentempo durch die Etagen bewegt, im Wartezimmer der Arztpraxis. Mit Warten verbinden viele nur verlorene Zeit. Wer warten muss, bekommt zu spüren, dass er nicht immer Herr seiner eigenen Zeit ist, sondern auch fremdbestimmt.

Wer in der Adventszeit wartet, ist im Vorteil. Er wartet nicht aufs Ungewisse. Das Ziel ist ebenso klar wie der Tag und Termin: Jesus kommt – und mit ihm die Botschaft der Freude, des Friedens für diese Welt. Das ist Gottes Wille.

Ich wünsche Ihnen eine gute, erwartungsreiche Woche: voll sinnlichem Advent und einen Alltag, in dem Sie Ihr Warten mit adventlicher Gelassenheit ertragen und für sich gestalten können. Bald ist es so weit: Noch 14 Tage, dann ist Weihnachten. Diese Ankunft ist sicher und pünktlich.

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