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Vorsätze
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Vorsätze

Jens Haupt
Ein Beitrag von

Jens Haupt,

Evangelischer Diakoniepfarrer, Bad Hersfeld
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Haben Sie gute Vorsätze für das neue Jahr? Oder hatten Sie welche und haben sie schon über Bord geworfen, wie so oft in den vergangenen Jahren? Ich habe keine guten Vorsätze für 2018. Das Rauchen habe ich schon vor einer Weile aufgegeben. Und für Bewegung sorge ich mittlerweile ganz gut. Wir nehmen uns ja alle vor, irgendwie gesünder zu leben: Mehr Sport, mehr Gemüse, mehr trinken, weniger Kaffee, weniger Alkohol, weniger Fett und so weiter. Und natürlich länger schlafen. Was ist bei Ihnen draus geworden? Schon aufgegeben?

Was sind Vorsätze eigentlich? Ich will etwas ändern im Leben, etwas besser machen. Ich nehme es mir vor und meine es ernst. Vorsätze dürfen nicht zu leicht sein. Sie müssen anstrengen, müssen etwas Schweres haben. Das kann zum alltäglichen Extremsport werden. Und dann? Dann kommt es darauf an, ob ich die Messlatte zu hoch hänge oder ob ich mir Ziele setze, die ich auch gerade so erreichen kann. Was ist das Ziel aller dieser guten Vorsätze: Gesünder sterben? Eines Tages im Vollbesitz meiner körperlichen Leistungsfähigkeit in die Grube fahren? Schafft eh keiner und macht ja auch keinen Sinn. Den einzigen Gewinn hat mein schlechtes Gewissen. Das lebt von gescheiterten Vorsätzen.

Der Bibelvers für heute ist da sehr klar: Des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden, dann sind verloren alle seine Pläne. Deshalb nenne ich meine Vorsätze lieber Pläne. Ich mache jeden Tag Pläne, lange Listen und kurze Skizzen. Ich vertraue darauf, dass man Pläne ändern kann. Und dass man sie notfalls auch getrost aufgeben kann oder mit ihnen scheitert. Wenigstens habe ich dann kein schlechtes Gewissen und mache weiter Pläne, für diesen Tag, für die Woche, fürs Leben, solange es geht.

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