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Rastplatz für die Seele
epd/Stefan Arend

Rastplatz für die Seele

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Als Kind habe ich mich gewundert über die blauen Hinweisschilder an der Autobahn mit einer Kirche drauf. Wozu braucht es eine Kirche an der Autobahn? Dort, wo es den meisten doch nur darum geht, möglichst schnell voranzukommen.

Heute halte ich selbst manchmal an und gehe in so eine Autobahnkirche. Ich schätze die Momente der Ruhe mitten in dem Verkehrswahnsinn auf unseren Straßen. Mir tut es gut, etwas Abstand davon zu gewinnen.

Schon früher gab es Kapellen, Heiligenhäuschen und Kreuze am Wegrand. Dort konnten Reisende Rast machen und Andacht halten.

Heute gibt es dafür die Autobahnkirchen. Mittlerweile sind es über vierzig in ganz Deutschland. Das ist übrigens einzigartig. Nur in Deutschland gibt es so ein Netz von Kirchen an der Autobahn.

Sie stehen allen offen: denen, die unterwegs sind zu ihrer Arbeit, und denen, die in den Urlaub fahren. Die Autobahnkirchen sind ein Rastplatz für die Seele. Hier kann ich spüren: Gott ist mit mir unterwegs.

Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche, gönnen sich ein paar Minuten Stille, zünden vielleicht auch eine Kerze an.
In den Kirchen liegt ein Anliegenbuch aus. Viele schreiben da etwas rein, einen Gedanken, die Bitte um eine gute Fahrt, ein Gebet für einen Menschen, an den sie denken.

Studien belegen: Wer in einer Autobahnkirche Rast gemacht hat, fährt danach gelassener, rücksichtsvoller und sicherer. Auf meiner nächsten größeren Fahrt werde ich bestimmt wieder den Halt an einer Autobahnkirche einplanen.

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