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Gelassenheit ist besser als Rechthaberei
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Gelassenheit ist besser als Rechthaberei

Dr. Ulf Häbel
Ein Beitrag von

Dr. Ulf Häbel,

Evangelischer Pfarrer, Laubach-Freienseen
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In unserem Dorf machen wir mit dem Ortsbeirat ein- oder zweimal im Jahr einen Dorfrundgang. Wir gehen durchs Dorf und seine Gemarkung und schauen, was gut ist oder was wir verbessern sollten. Dann gibt’s eine Liste: Die schlaglochreiche Straße ist immer noch nicht repariert. Friedhof und Sportplatz müssen gepflegt werden und die Wassergräben ums Dorf sauber gehalten.

„Mach doch nicht aus der Mücke einen Elefanten“

Dann fiel jemandem auf, dass aus einem Hausgarten die Äste des Apfelbaums über den Zaun ragten. Das war im vorigen Jahr auch schon so. „Also jetzt müssen wir mal hart sein, den Fall beim Ordnungsamt anzeigen, sonst machen wir uns doch lächerlich.“ In diese Aufregung hinein bemerkte dann einer: „Mach doch nicht aus der Mücke einen Elefanten“. Ein Wort, das Gemüter beruhigen soll. Auf Martin Luther soll ein ähnliches Sprichwort zurückgehen: Mach aus einem Furz keinen Donnerschlag.

Macht zeigen und Wichtigkeit beweisen?

Wir haben besprochen, was es eigentlich bringt, wenn wir es dem Anderen mal richtig zeigen. Hätten wir dann unsere Macht gezeigt, die eigene Wichtigkeit bewiesen? In der Kommunalpolitik, in der ich mich engagiere, ist eine der häufigsten Drohungen: Wir rufen die Kommunalaufsicht an. Das ist auch wichtig, wenn es um Gesundheit und Leben geht. Doch wie es mit der Mücke oder dem Furz?

Ein bisschen mehr Gelassenheit tut gut

In solchen Fällen ist es gut, wenn ich nicht nur auf den anderen fixiert bin, dem ich es mal zeigen will, sondern ein wenig selbstkritisch werde.

Dafür gibt es ein schönes biblisches Sprichwort. Das hat Jesus einmal gesagt: Warum siehst du auf den Balken im Auge des anderen und übersiehst den Splitter im eigenen Auge? Ein bisschen mehr Gelassenheit tut gut.      

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