Für Frieden braucht es beharrliche Macher

Für Frieden braucht es beharrliche Macher

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Der Frieden in Kolumbien ist noch nicht ganz da. Fast vier Jahre lang hat die Regierung Kolumbiens unter Präsident Santos mit den FARC-Rebellen um Frieden verhandelt. Vier Jahre lang. Da braucht man einen langen Atem. Endlich haben sie sich auf einen Friedensvertrag geeinigt. Aber den hat die Bevölkerung bei einem Referendum mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Was nun? Alles umsonst? Nein. Sowohl der Präsident Santos als auch die FARC-Rebellen halten am Waffenstillstand fest. Sie verhandeln weiter, um den Friedensvertrag zu verbessern. Für diese Beharrlichkeit bekommt der kolumbianische Präsident Santos den Friedensnobelpreis 2016.

Für Frieden braucht es beharrliche Macher. Es ist nicht damit getan, dass alle Frieden wollen, aber keiner was dafür tut. Die Fronten sind verhärtet. Jede Seite hält der anderen vor: Das hast du mir angetan. Darum schlage ich zurück. In solchen verfahrenen Situationen fühle ich mich ohnmächtig. Der Mut und die Hoffnung werden klein, wie es da jemals Frieden geben soll. Das kenne ich, wenn zwei oder mehrere sich streiten in der Familie, im Freundeskreis. Und erst recht kenne ich das Gefühl der Ohnmacht bei den großen Konflikten und Kriegen wie in Syrien oder wie in Kolumbien.

Die Beharrlichkeit und das Frieden-Machen will ich mir von Juan Manuel Santos abschauen, dem Friedensnobelpreisträger 2016. Der ist drangeblieben an dem Willen zum Frieden und hat etwas dafür getan. In der Bergpredigt hat Jesus gesagt: „Selig sind, die Frieden machen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9) Nicht nur Frieden wollen, sondern Frieden machen. Solche Menschen braucht die Welt.

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