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Es will nicht ins Herz – und doch findet Gott einen Weg
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Es will nicht ins Herz – und doch findet Gott einen Weg

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Martin Luther? Kennt jeder. Johannes Mathesius? Kaum einer. Dabei ist er einer der kraftvollsten Prediger unter den Reformatoren im Umfeld Luthers.
Am 8. Oktober 1565 starb er. Heute ist sein Todestag.
Johannes Mathesius ist begeisterter Anhänger Luthers. 1540 besucht er ihn in Wittenberg. 5 Jahre später übernimmt Mathesius die Pfarrstelle in Joachimsthal im böhmischen Erzgebirge.

Ein begnadeter Prediger ist Mathesius. 1600 Predigten sind von ihm überliefert. Mit Leidenschaft muss er gepredigt haben. Bis das Leid ihn verstummen lässt. Seine geliebte Frau stirbt nach 12jähriger Ehe. Er bleibt mit 7 Kindern zurück.
Trost findet er nicht. Auch nicht im Glauben. Obwohl er es doch besser weiß:
"Ich weiß es gar wohl, aber es will nicht ins Herz".
In seinem Glauben erschüttert, kann er nicht mehr predigen.

Ein Kirchenlied, das seine Schüler ihm singen, richtet ihn wieder auf.
Wir wissen nicht, welches Lied es war. Wir wissen nur, dass es die Gnade Gottes zum Inhalt hatte. Von Stund‘ an, vermag er wieder zu predigen.

Mir imponiert dieser Johannes Mathesius. Auch, weil er Glaubensnöte kennt. Die Verzweiflung ihn sprachlos macht. Sein Glaube ‚menschelt‘. Wie meiner. Das macht ihn mir sympathisch.
Und gleichzeitig tut es mir gut zu wissen, was ich auch bei ihm sehe: Gott findet Wege zu einem verzagten Herzen. Damit Trost, Lebensmut und neues Gottvertrauen sich einstellen. Auch im finsteren Tal. So wie bei Johannes Mathesius. Und nicht nur bei ihm.

Manchmal bleibt nur zu beten wie es im Predigttext zum heutigen Sonntag heißen wird: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24)

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