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Die Taufe verbindet Menschen
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Die Taufe verbindet Menschen

Ute Zöllner
Ein Beitrag von

Ute Zöllner,

Evangelische Pfarrerin i.R., Pastoralpsychologin, Kassel
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Die Taufe findet im familiären Rahmen statt. Ein kleiner Kreis für ein Königskind. Mit diesen Sätzen beschreibt die Regenbogenpresse die Taufe des englischen Prinzen Louis Arthur Charles. Aber Kate und William stellen ihrem dritten Kind gleich sechs Paten an die Seite. Nach der Taufe, geben die Großeltern einen Empfang für die Taufgesellschaft. Es wird, so will es die Tradition, eine aufgetaute Schicht des Hochzeitskuchens der Eltern serviert.

Aber wie schön sind erst die Bilder! Die charmante Mutter mit dem Säugling im Arm, der selig schläft. Sie trägt ein weißes Kleid. Der Prinz - gehüllt in ein cremefarbenes Kleid, das einem alten Gewand nachgearbeitet wurde. Der Erzbischof von Canterbury begrüßt Mutter und Kind am Eingang der Kapelle.

Die Bilder zeigen die perfekte Mischung von Königsfamilie und Familie aus dem Volk. Solche Bilder prägen Wünsche und Vorstellungen. Einerseits kenne ich ähnliche Bilder aus meiner Kirchengemeinde. Oder auch aus dem Kreis der eigenen Familie. Andererseits sind die Bilder von Prinz Louis so ganz anders als die einer „Normalfamilie“, zu der ich gehöre.

Etwa zweitausend Jahre liegen zwischen der Taufe Jesu und der Taufe des kleinen Prinzen Louis. Damals kommt Jesus zu Johannes und möchte von ihm getauft werden. Johannes zögert. Sollte es nicht genau andersherum sein? Aber Jesus betont die Gemeinsamkeit zwischen Johannes, seinem Lehrer und sich selber. Wir beide, wir haben doch dieselben Aufgabe, wir beide erzählen von Gottes Liebe in der Welt. Mit der Taufe beginnt etwas Neues. Der Himmel öffnet sich, so erzählt es die Bibel mit einem Bild. Der Himmel geht auf. Gottes Geist kommt wie eine Taube auf Jesus herab. Gottes Stimme ertönt: Du bist mein lieber Sohn, an Dir habe ich Wohlgefallen. Jesus steigt aus dem Wasser und macht sich auf den Weg zu den Menschen. Das ist sein Neubeginn.

Taufen können wir uns nicht selber. Immer braucht es dazu einen Menschen, der das für einen anderen Menschen tut. Und ihm, mit der Taufe zusammen, von Gottes Liebe erzählt. Das verbindet alle Taufen. Ganz gleich, ob es sich um einen englischen Prinzen handelt, um Jesus selber oder um uns. Für alle, die Jesus in ihr Leben hineinnehmen wollen, beginnt mit der Taufe etwas Neues. Denn mit unserer Taufe wird ein neuer Anfang gemacht. Zu geliebten Kindern Gottes werden wir, so sagt es Jesus in seiner Sprache. An jedem von uns hat er Wohlgefallen. Wir sind Gottes Ebenbilder, von königlicher Schönheit.

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