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Der eine Schritt zur Hilfe
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Der eine Schritt zur Hilfe

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Auch im neuen Jahr bleiben uns alte Schrecken, Gott sei’s geklagt: ein Mensch hat sich nicht mehr unter Kontrolle und fährt mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen. So geschehen in Bottrop in der Neujahrsnacht. Der 50-jährige Deutsche hat etwas „gegen Ausländer“, sagt er. In Wahrheit kommt er aber mit dem eigenen Leben nicht mehr zurecht. Er fühlt sich arm, benachteiligt, auch seelisch krank. Irgendwann hält er das nicht mehr aus und gibt anderen die Schuld: den Fremden, den Ausländern. Angeblich geht es denen besser als ihm.

Das stimmt natürlich nicht. Trotzdem denken viele so, leider. Man sucht die Schuld für eigenes Unglück gerne bei anderen. Wie konnte es mit mir so weit kommen?, fragen sich Menschen dann. Die Frage verstehe ich und stelle sie mir auch. Nur: Es liegt eben oft nicht an den anderen. Ich trage selbst dazu bei. Das ist wichtig zu erkennen. Oft bin ich auch meines Unglücks Schmied. So aufrichtig sollte ich zu mir sein. 

Dann brauche ich Hilfe. Ein, zwei Freunde tun mir gut. Sie hören zu, sind ehrlich zu mir. Und helfen mir dabei, die Schuld nicht auf andere zu schieben. „Ausländer“ können nichts für mein Unglück. Aber ich vielleicht. Wenn ich das weiß, kann ich es ändern. Kann um Hilfe bitten: Nachbarn, Ärzte, Pfarrerin oder Pfarrer. Die wollen doch helfen. Ich glaube daran, dass es Hilfe gibt - wenn ich sie will und darum bitte. Viele sind nicht so alleine, wie sie sich manchmal fühlen. Das werden sie merken, wenn sie den einen Schritt machen und sagen: Bitte helft mir.

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