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Atomwaffen sind unmoralisch
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Atomwaffen sind unmoralisch

Gunnar Bach
Ein Beitrag von

Gunnar Bach,

Katholischer Pastoralreferent, Pfarrei Liebfrauen, Westerburg
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„Papa, wozu gibt es Kriege?“ Das hat mich mein Sohn Johannes  im Auto gefragt. Ich musste schlucken und wusste nicht, was ich ihm antworten sollte. Ich frage also zurück: „Wie kommst du auf so eine Frage?“ Inzwischen versucht er schon selbst eine Antwort: „Vielleicht, um die Menschen zu bestrafen, weil sie böse sind?“ Ich meine dann: „Hm, ich glaube nicht, dass das einen Sinn hat, dass es Kriege gibt. Es gibt zwar böse Menschen, die sowas anfangen. Aber nicht alle sind böse, und viele leiden unter Krieg. Aber wie kommst du darauf?“ Und mein Sohn, so gar nicht verlegen: „Na, abends in Logo, den Kindernachrichten, geht’s oft um Kriege. Es ist gut, dass wir hier keinen Krieg haben, oder?“

Eine Welt ohne Atomwaffen

Dass mir Johannes diese Frage gestellt hat, ist schon ein paar Jahre her. Aber das Thema hat ihn nicht losgelassen. Wir wohnen in der Nähe von Montabaur. Bis kurz nach dem Fall der Berliner Mauer gab es dort ein Atom-Munitions-Lager, versteckt, mitten im Stadtwald. Heute werden dort Kunstwerke ausgestellt. Eine Welt ohne Atomwaffen, davon haben schon viele Friedensbewegte geträumt. Aber die Menschheit ist leider von dieser Geißel noch nicht befreit. Genau heute vor 40 Jahren sind der Jesuit und Friedensaktivist Daniel Berrigan und sein Bruder Philip in die Atomwaffenfabrik der Firma General Electric eingedrungen. Sie brauchten nicht viel: nur jeder einen Hammer, um zwei atomare Sprengstoffhülsen zu zerstören. Sie kamen ins Gefängnis dafür. Später wurden sie für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Rüstungsausgaben - himmelschreiende Vergeudung

Für mich sind Atomwaffen mindestens so bedrohlich wie die Klimakatastrophe. Papst Franziskus klagte bei seinem Besuch letztes Jahr in Hiroshima die Atommächte an. Er hat gesagt: „Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist ein Verbrechen, heute mehr denn je“. Wahrer Friede kann laut Franziskus nur ein „waffenloser Friede“ sein. Für Franziskus sind Rüstungsausausgaben eine „himmelschreiende Vergeudung“ angesichts der weltweiten Armut und der Klimaprobleme. Allein schon den Besitz von Atomwaffen nennt Franziskus unmoralisch. Und er ist sich sicher: Gott wird die Menschheit einmal deswegen richten!

Wahrer Friede kann nur waffenlos gelingen

In den beiden großen Kirchen fordern viele eine internationale Ächtung der Atomwaffen, und das möglichst noch in diesem Jahr. Bisher haben nur 40 Staaten ein UN-Verbot beschlossen. Es müssen mindestens 50 Staaten mitmachen, damit  der Vertrag in Kraft treten kann. Ich wünsche mir sehr, dass unsere Regierung das auch für Deutschland beschließt. Ich hoffe und bete darum, dass weder ich noch mein Sohn noch meine Enkel werden einen Krieg erleben.

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